Coca Cola und Costa Coffee

Coca-Cola Gute Zahlen dank Kaffeegeschäft

Stand: 18.10.2019 13:55 Uhr

Der amerikanische Getränkekonzern setzt seinen Strategieschwenk weiter fort und kann erneut mit guten Geschäftszahlen glänzen. Das Wachstum kommt längst aus anderen Produkten als aus der zuckerhaltigen Traditionsbrause.

Coca-Cola wächst auch im 134. Jahr seiner Geschichte weiter. Die aktuellen Zahlen zum dritten Geschäftsquartal zeigen, dass das Traditionsunternehmen im US-Leitindex Dow Jones sich noch immer an Marktveränderungen anpassen kann.

Im abgelaufenen Quartal hat der Getränkeriese 9,5 Milliarden Dollar umgesetzt, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 8,8 Milliarden Dollar des Vorjahres. Auch die Schätzungen der Analysten wurden damit übertrumpft. Die Umsatzerwartungen wurden am Freitag leicht nach oben geschraubt: Coca-Cola will nun im laufenden Jahr organisch um mindestens fünf Prozent wachsen. Der Gewinn kletterte im Quartal auf 2,6 Milliarden Dollar, ebenfalls ein dicker Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als der Brausekonzern 1,9 Milliarden Dollar netto verdiente.

Wachmacher für die Bilanz: Kaffee

Vor einem Jahr hatte Coca-Cola mit Costa Coffee die zweitgrößte Kaffeehauskette der Welt übernommen. Von Großbritannien aus will die Tochter nun nach und nach in zehn europäische Länder expandieren, darunter Griechenland, Polen, Russland, Rumänien und die Schweiz. Speziell die Schweiz ist potenziell sehr attraktiv.

Bereits kurz nach der Übernahme von Costa brachte Coca-Cola, quasi als erste Amtshandlung, drei kalte Kaffeegetränke in Dosen auf den Markt. Damit folgt der Konzern seinem Ziel entgegen, Getränke für alle Tageszeiten anzubieten. Doch auch das Geschäft mit Kaffeekapseln ist potenziell höchst lukrativ. Inzwischen hat Costa Coffee Kaffeekapseln für gleich mehrere Systeme der Konkurrenz im Angebot. Dazu gehören Kapseln für das Nespresso- und Dolce Gusto-System des Konkurrenten Nestlé und das Tassimo-System von Jacobs Douwe Egberts. Im dritten Quartal hat das Kaffeegeschäft weiterhin deutlich angezogen, Coca-Cola beschreibt es in seinem aktuellen Bericht als "starken Treiber" des Wachstums.

Energydrinks als Umsatzbooster

Die Amerikaner wollen auch selbst mit ihrer Version "Coca Cola Energy" im Produktsegment der Energy Drinks mitmischen, das vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt ist. In einigen Monaten soll das Getränk, das bereits in Europa angeboten wird, in vier verschiedenen Varianten auch auf dem US-Markt vertrieben werden. Zudem ist Coca-Cola über eine 17-Prozent-Beteiligung an Monster Beverage, einem Spezial-Anbieter von Energiegetränken beteiligt. Mit dem Einstieg in den US-Markt dürfte hier noch eine Menge Umsatz- und Gewinnpotenzial schlummern.

Kleine Umweltoffensive

Coca-Cola hat auch in Sachen "Nachhaltigkeit" die Zeichen der Zeit erkannt. Der Konzern feiert seine neuen PET-Flaschen als "Durchbruch beim Recycling". Sie bestehen zu 25 Prozent aus Plastik, das aus dem Meer gefischt wurde. Eine neue Technologie macht sie lebensmitteltauglich. Die wiederverwendeten Rohstoffe stammen allesamt aus Spanien und Portugal, wo der Plastikmüll an Stränden von Freiwilligen eingesammelt wurde. Mit einem "Sustainability Action Plan" will der Konzern seinen CO2-Fußabdruck weiter verkleinern. Bezahlen müssen die Umweltaktion allerdings in erster Linie die Kunden. Ab November müssen Händler bis zu vier Prozent mehr für die Cola-Produkte zahlen, bei Schorlen und Bio-Limos könnte es sogar um bis zu fünf Prozent teurer werden, berichtete die "Lebensmittelzeitung".

Die strategischen Wachstumstreiber werden freilich von den Preisaufschlägen ausgenommen, darunter die Energydrink-Marke Monster sowie die Eistees von Fuze und HonestT, schreibt das Fachblatt.

Dividendensteigerungen in Serie

Warren Buffett-Konterfei auf chinesischer Cherry-Coke-Dose
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Warren Buffett-Konterfei auf chinesischer Cherry-Coke-Dose

Bei aller Innovation und dem Wandel im Kerngeschäft ist Coca-Cola seiner Dividendentradition treu geblieben, und das schon seit Jahrzehnten. Der Getränkekonzern wird im Dezember 2019 eine Quartalsdividende von 40 US-Cents je Aktie ausschütten. Bereits seit 1920 zahlt Coca-Cola eine Dividende. Auf das Jahr hochgerechnet summieren sich 2019 die Ausschüttungen auf 1,60 Dollar je Aktie. Auf der Basis des derzeitigen Kursniveaus entspricht dies einer Dividendenrendite von etwa drei Prozent.

Coca-Cola ist auch deshalb eines der wichtigsten Basisinvestments von Investorenlegende Warren Buffett. Mit seiner Holding Berkshire Hathaway hält er die Aktie seit Jahrzehnten. Derzeit gehören rund zwei Prozent der Aktien zum Buffett-Portfolio. Buffett, der selbst gerne ganz klassische gezuckerte Cherry-Coke trinkt, erklärte einmal dem Magazin "Forbes": "Wenn ich am Tag etwa 2.700 Kalorien zu mir nehme, ist ein Viertel davon Coca-Cola. Ich bestehe zu einem Viertel aus Cola."

Weitere Kursinformationen zu Coca-Cola

Aktie nahe Rekordhoch

Auch dank der kontinuierlichen Dividendenausschüttung ist die Aktie in den vergangenen Jahren weiter prächtig geklettert. Mit rund 54 Dollar notiert der Titel nicht weit von seinem Rekordhoch, das im September bei 55,17 Dollar erreicht wurde. Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie auch den Dow-Jones-Index um rund 15 Prozent abgehängt. Anleger finden weiterhin Gefallen an dem Getränkekonzern, mit und ohne Zucker.

AB

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Oktober 2019 um 15:00 Uhr in den Wirtschaftsmeldungen.

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