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Wirtschaftswachstum 2021 Bundesbank dämpft Optimismus

Stand: 11.12.2020 10:31 Uhr

Angesichts der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen wird sich die Wirtschaft im kommenden Jahr nicht so schnell erholen wie erhofft, glaubt die Bundesbank. Für 2022 ist sie aber zuversichtlicher.

Die weiter grassierende zweite Corona-Welle und erneute harter Eindämmungsmaßnahmen dürften die Wirtschaftserholung in Deutschland etwas bremsen. Für das kommende Jahr prophezeit die Bundesbank einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um nur noch 3,0 Prozent. Vor einem halben Jahr war die Prognose noch bei 3,2 Prozent gelegen.

Der Rückschlag durch den "Corona-Winter" sei begrenzt. "Unsere Projektionen sehen voraus, dass das BIP nach dem Winterhalbjahr 2020/2021 wieder kräftig zulegen wird," erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Die Konjunkturerholung werde vor allem vom privaten Konsum angetrieben.

"Wir gehen davon aus, dass die Eindämmungsmaßnahmen im Frühjahr 2021 aufgrund medizinischer Fortschritte schrittweise gelockert werden können und Konsummöglichkeiten wieder genutzt werden", sagte Weidmann. Manche Verbraucher dürften dann aus den Vollen schöpfen können, denn sie legten im Corona-Jahr so viel Geld auf die hohe Kante wie nie zuvor.

Normalisierung erst 2023?

Für 2022 hebt die Bundesbank die Prognose sogar an. Sie erwartet dann eine Beschleunigung des Wachstums auf 4,5 Prozent, nachdem sie noch im Juni ein Plus von 3,8 Prozent vorhergesagt hatte. 2023 dürfte sich das Wachstum dann wieder normalisieren - mit 1,8 Prozent.

Auch für das laufende Jahr ist die Bundesbank nun etwas weniger pessimistisch als noch im Sommer. Sie rechnet jetzt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent statt wie bisher um 7,1 Prozent.