Ein Mann arbeitet vor der Anzeige, auf der der Rekordwert des Dax steht. | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Bessere Konjunkturaussichten Dax erreicht Rekordhoch

Stand: 22.01.2020 10:36 Uhr

Lange Zeit hinkte der Dax der Rekordrally der Wall Street hinterher. Nun hat der deutsche Leitindex endlich seine historische Höchstmarke geschafft. Erstmals kletterte er über 13.600 Punkte - trotz anhaltender geopolitischer Sorgen. Wie kann das sein?

Gestern noch hatte die Furcht vor einer raschen Ausbreitung des chinesischen Corona-Virus die Börsen weltweit gebremst. Nun scheinen die Ängste nachgelassen zu haben. Asiens Börsen erholten sich am Mittwochfrüh.

Neue Bestmarke bei 13.640 Punkten

Das trieb auch den Dax nach oben. Am Morgen stieg der deutsche Leitindex bis auf 13.640 Punkte. Damit übertraf das Börsenbarometer das bisherige Rekordhoch von 13.596,89 Zählern aus dem Januar 2018. Inzwischen bröckeln die Gewinne aber wieder.

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Anders als den großen Indizes an der Wall Street fehlte dem Dax lange Zeit die Kraft für einen Sprung auf Rekordhöhen. Das lag vor allem an den Konjunktursorgen im Zuge des US-chinesischen Handelsstreits, die stark auf den Auto- und Chemiewerten lasteten.

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Entspannung zwischen China und den USA

Mittlerweile haben die beiden größten Volkswirtschaften aber ein Teilabkommen unterzeichnet. Dadurch haben sich die Konjunkturaussichten wieder verbessert. Das unterstrichen am Dienstag auch die deutlich aufgehellten Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten: So ist der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Januar auf den höchsten Stand seit Juli 2015 geklettert.

Keine Eskalation in der Golfregion

Darüber hinaus scheint auch die unmittelbare Gefahr eines neuen Krieges in der Golfregion gebannt, nachdem die zu Jahresbeginn verschärften Spannungen zwischen dem Iran und den USA zumindest nicht weiter eskalierten. Die USA hatten zwar als Reaktion auf iranische Vergeltungsschläge neue Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt, aber keine weiteren Militärschläge unternommen. "Es scheint fraglich, ob US-Präsident Donald Trump im Wahljahr einen Krieg vom Zaun brechen will", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Bankhaus Donner & Reuschel. Das amerikanische Volk sei "erwiesenermaßen kriegsmüde".

Darüber hinaus treibt die Geldflut der Notenbanken die Anleger in Aktien. Wegen der Null- oder Negativzinsen bieten festverzinsliche Anlagen keine Alternative mehr zu Aktien.

Kurs-Dax nicht auf Rekordhoch

Konjunkturoptimismus, Billiggeld der Notenbanken und Entspannung in Nahost: Diese positive Gemengelage hat den Dax am Mittwoch auf ein Rekordhoch getrieben. Darin sind sich die meisten Anlagestrategen einig.

Allerdings: Klammert man die gezahlten Dividenden aus, ist der Dax noch längst nicht auf einem Rekordhoch. Der Kurs-Dax, der die reine Kursentwicklung der 30 Dax-Werte abbildet, stagniert seit Jahren und ist noch ein gutes Stück von seiner Bestmarke zur Jahrtausendwende entfernt.

nb

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 22. Januar 2020 um 12:05 Uhr.

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