Boeing-Chef Dennis Muilenburg | Bildquelle: AFP

Boeing unter Druck Schadensbegrenzung mit Videobotschaft?

Stand: 19.03.2019 09:32 Uhr

Nach dem Absturz zweier Boeing-Maschinen hat sich Konzernchef Muilenburg an Kunden und Passagiere gewandt: Ein Software-Update für die Boeing 737 Max 8 komme in Kürze.

Von Angela Göpfert, boerse.ard.de

In einer Video-Botschaft hat Boeing-Chef Dennis Muilenburg Kunden und Passagieren am Montag versichert, sein Unternehmen sei der Sicherheit verpflichtet. "Die Sicherheit steht im Zentrum dessen, was wir bei Boeing sind", sagte Muilenburg. "Das sichere und verlässliche Fliegen in unseren Maschinen ist ein beständiger Wert und unsere absolute Verpflichtung gegenüber jedem."

Das Unternehmen verstehe, dass Leben von der Arbeit abhingen, die bei Boeing verrichtet werde, schrieb Muilenburg überdies in einem vom US-Konzern am Montag veröffentlichten Brief. Er bekräftigte, das Software-Update für das Trimmsystem MCAS werde in Kürze freigegeben.

Kontrollsoftware schuld?

Bei den Abstürzen in Indonesien im Oktober und in Äthiopien vor rund einer Woche starben insgesamt 346 Menschen. Es ist höchst ungewöhnlich, dass binnen kurzer Zeit zwei Flugzeuge eines neuen Modells abstürzen. Experten schließen nicht aus, dass das Stabilisierungssystems MCAS ursächlich für die Abstürze war. MCAS soll bei zu steilem Flugwinkel einen Strömungsabriss verhindern, indem es automatisch die Nase der Maschine absenkt.

Hat die FAA Fehler gemacht?

Insidern zufolge will das US-Justizministerium eine Untersuchung einleiten, ob die Bundesluftfahrtbehörde FAA bei der Zulassung des Boeing-Modells 737 Max 8 und speziell des Stabilisierungssystems MCAS Fehler gemacht hat. Experten stellen zudem in Frage, ob Piloten ausreichend für das System geschult wurden.

Boeing 737 MAX 8
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Alle Boeing 737 MAX 8 bleiben vorerst am Boden

Schlechte Nachrichten für Boeing lieferte am Montag auch die französische Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA. Diese bestätigte "klare Ähnlichkeiten" zwischen dem Absturz der Ethiopian-Airlines-Maschine und einem baugleichen Boeing-Flugzeug in Indonesien vor fünf Monaten.

Aktie unter Druck

Das setzte die Boeing-Aktie zu Wochenbeginn erneut deutlich unter Druck. Am Montagabend schloss sie in New York bei 372,28 Dollar, ein Minus von 1,8 Prozent. Am 8. März war die Boeing-Aktie noch bei 422,54 Dollar aus dem Handel gegangen. Seit dem Absturz einer 737 Max 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in Addis Abeba am 10. März hat die Aktie damit 11,9 Prozent an Wert verloren.

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Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. März 2019 um 08:34 Uhr.

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