Oliver Zipse, BMW

Zipse tritt an Führungswechsel bei BMW

Stand: 16.08.2019 09:43 Uhr

Heute ist es soweit: Der neue BMW-Chef Oliver Zipse tritt sein Amt an. Vorgänger Harald Krüger hat Zipse einige Baustellen hinterlassen.

Der 55-jährige Ingenieur Zipse war bisher als Produktionschef für die weltweit 31 BMW-Werke verantwortlich. "Mit Oliver Zipse übernimmt ein führungsstarker Stratege und Analytiker den Vorstandsvorsitz", lobt Aufsichtsratschef Norbert Reithofer den Manager bereits im Vorfeld. Er werde für "zusätzliche Impulse bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft" sorgen. Zipse werde nicht von heute auf morgen alles über den Haufen werfen, hieß es aus dem Unternehmen. Aber er dürfte nach innen und außen deutlicher machen, dass BMW mit rund 130.000 Mitarbeitern die richtige Strategie habe.

Genau diese ausbaufähige Kommunikation war seinem Vorgänger Harald Krüger zuletzt öffentlich immer mehr angelastet worden. Denn Krüger führte die Strategie seines Vorgängers Reithofer beim Thema Elektromobilität nur deutlich weniger mutig fort. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2015 übernahm Krüger mit dem i3 bereits ein innovatives Elektroauto, das mit seiner Carbon-Karosserie auch heute noch Maßstäbe setzt. Doch Krüger schaffte es, während seiner Amtszeit von vier Jahren kein weiteres reines Elektromobil auf den Markt zu bringen.

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Vorsprung verloren

In der Zwischenzeit blieb die Konkurrenz nicht untätig. Tesla brachte das Model X und Model 3 auf den Markt - Audi den e-tron und Mercedes den EQC. Stattdessen nahm beim BMW die Zahl der Plug-In-Hybride zu. Diese ziemlich teure Kombination aus nur kurzer elektrischer Reichweite und einem traditionellen Verbrennungsmotor ist wohl eher die Antwort auf eine Frage, die nur wenige Autofahrer gestellt haben.

Immerhin plant BMW derzeit, bis 2023 mindestens 13 vollelektrische Modelle auf den Markt zu bringen. Zeit wird es.

ARD-Börse: Neuer BMW-Chef tritt an - was sagt die Börse?

19.08.2019 10:19 Uhr

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Und auch beim Thema selbstfahrende Autos ist BMW weit hinter die Konkurrenz zurückgefallen. Das zeigt die Statistik der kalifornischen Verkehrsbehörde DMV aus dem vergangenen Jahr. In dem amerikanischen Bundesstaat testen viele Autohersteller ihre "Roboautos". Während die Testfahrzeuge der Google-Schwester Waymo im Schnitt nur alle knapp 18.000 Kilometer außerplanmäßig anhalten mussten, war das bei BMW im Schnitt alle acht Kilometer notwendig.

"Freude am Fahren" ist das sicher nicht.

ME

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. August 2019 um 12:41 Uhr.

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