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20.000-Dollar-Marke in Sicht Höhenflug des Bitcoin dauert an

Stand: 01.12.2020 13:50 Uhr

Ein Bitcoin kostet fast 20.000 US-Dollar: So wertvoll war die Digitalwährung noch nie. Experten halten weitere Gewinne für denkbar, warnen aber vor den hochspekulativen und riskanten Geschäften mit dem Kyptogeld.

Der Bitcoin erreichte am Dienstag erneut ein Rekordhoch, konnte das Niveau aber nicht halten. Bereits tags zuvor hatte die Kryptowährung das etwa drei Jahre alte Rekordhoch von Ende 2017 übertroffen und zeitweise deutlich über 19.800 US-Dollar notiert. Auf der Handelsplattform Bitstamp war damals ein Höchststand von 19.666 Dollar markiert worden. Allerdings gilt es zu beachten, dass es zahlreiche Plattformen gibt, sodass die jeweiligen Rekordstände etwas voneinander abweichen.

Aber allen Plattformen ist gemeinsam, dass sie seit Oktober einen kräftigen Anstieg des Bitcoin anzeigen. Seit Anfang dieses Monats, als ein Bitcoin noch für etwas mehr als 10.000 Dollar zu haben war, hat sich der Preis fast verdoppelt.

Die Kurse nahmen noch einmal richtig Fahrt auf, nachdem der Bezahldienst PayPal am 21. Oktober angekündigt hatte, sich für den Handel mit Kryptowährungen zu öffnen. Ab Anfang 2021 werde es bei PayPal demnach möglich sein, mit digitalem Geld zu zahlen.

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Viele sehen Kryptowährungen als reines Spekulationsobjekt

Wann kommt Facebook?

Auch die Spekulationen über einen baldigen Marktstart der Facebook-Internetwährung Libra gelten als weiteres Argument für die Käufer. Die "Financial Times" hatte berichtet, dass die Internetwährung des Online-Netzwerks im Januar 2021 starten könnte.

"Sollte der Social-Media-Dienst Libra tatsächlich auf den Markt bringen dürfen, wäre dies ein Signal an die gesamte Branche", schreiben die Marktbeobachter von IG Markets. Am Ende des Tages könnten auch Bitcoin und Co. von dieser Entwicklung profitieren, lautet die Einschätzung.

Außerdem könnten die Kurse einfach deshalb weiter steigen, weil sie steigen: "Sollte die psychologische Marke von 20.000 Dollar erfolgreich gemeistert werden, dürfte dies nicht zuletzt neue Käuferschichten anlocken", meint Bitcoin-Experte Timo Emden vom gleichnamigen Researchdienst.

"Nichts für schwache Nerven"

Aber auch Emden warnt: "Dass Kryptowährungen nichts für schwache Nerven sind, sollte bekannt sein. Die Luft ist äußerst dünn und die Mischung abermals explosiv. Es drohen heftige Kursturbulenzen." Tatsächlich zeigt die Vergangenheit, dass die Kurse äußerst schwankungsanfällig sind. Eine Investition ist deshalb mit enormen Risiken verbunden.

Kritiker monieren deshalb, dass die hohen Kursausschläge einer Verwendung als Zahlungsmittel und Anlageform im Wege stehen. Sie betrachten Digitalwährungen als reines Spekulationsobjekt, und nicht als echte Alternative bei der Geldanlage. Außerdem beklagen Kritiker fehlende Kontrolle und mangelhafte Regulierung und sehen deshalb eine Anfälligkeit für Missbrauch durch Kriminelle und Terroristen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 02. Dezember 2020 um 01:57 Uhr.