Ölfabrik Saudi Aramco in Abqaiq, Saudi-Arabien | Bildquelle: REUTERS

Größter Börsengang aller Zeiten Aramco-Aktien kosten ab acht Dollar

Stand: 17.11.2019 11:52 Uhr

Der Börsengang des weltgrößten Ölkonzerns Saudi Aramco geht in die heiße Phase. Am Sonntag fiel nach einer wochenlangen Werbekampagne der Startschuss für die Zeichnung der Papiere. Es könnte das größte IPO der Geschichte werden.

Der saudi-arabische Konzern teilte am Sonntag mit, die Preisspanne für die drei Milliarden Aktien - ein Firmenanteil von 1,5 Prozent - liege zwischen 8,00 Dollar und 8,50 Dollar. Damit könnte der Börsengang auf ein Volumen von bis zu 25,6 Milliarden Dollar kommen und so der größte aller Zeiten werden. Bisher war das Debüt des chinesischen Internetriesen Alibaba 2014 mit einem Volumen von 25 Milliarden Dollar das größte IPOI der Geschichte.

Nach Reuters-Berechnungen auf Basis der Preisspanne würde sich eine Bewertung von Saudi Aramco zwischen 1,6 und 1,7 Billionen Dollar ergeben. Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte zuvor einen Wert von zwei Billionen Dollar anvisiert.

Aktien heiß begehrt unter saudischen Privatanlegern

Ein halbes Prozent des Staatskonzerns im Wert von rund 8,5 Milliarden Dollar werden an Privatanleger verkauft. In Saudi-Arabien läuft seit Wochen eine Werbekampagne mit Plakaten an den Straßen und in Einkaufszentren. Gesprächsthema Nummer Eins in den sozialen Medien, in Cafés oder bei Familientreffen ist das Börsendebüt von Aramco. "Niemand will die Gelegenheit verpassen", sagte Ahmed Sanad, der für sich und seine Familie bei einer Bank in der Hauptstadt Riad Aktien zeichnete. "Im Moment gibt es keine bessere Alternative."

Die Geldhäuser haben bis zum Ende der Zeichnungsfrist für Privatanleger am 28. November länger geöffnet, um den erwarteten Ansturm in den Griff zu bekommen. Nach Berichten von lokalen Zeitungen wollen bis zu fünf Millionen Menschen die Papiere zeichnen. Saudi-arabische Privatanleger erhalten eine Bonusaktie für zehn Titel, die sie kaufen, wenn sie sie mindestens 180 Tage in ihren Depots halten.

"Nationale Pflicht, die Aktien zu zeichnen!"

Die Regierung appelliert an reiche Landsleute, ihr Geld, das sie im Ausland investiert haben, wieder in der Heimat anzulegen. Viele sehen das als Ausdruck ihres Patriotismus an, vor allem nach den Anschlägen auf Aramco-Ölanlagen im September. Für diese Angriffe machen die USA und Saudi-Arabien den Erzfeind Iran verantwortlich. Kolumnist Anwar Aboalela schrieb auf Twitter: "Am IPO teilzunehmen ist eine nationale Pflicht für jeden, der es sich erlauben kann."

Auch die religiösen Vertreter im Königreich trommelten für den Gang auf das Parkett. "Aramco ist eine Säule der arabischen Wirtschaft", sagte Scheich Abdullah al-Mutlak in einer Radiosendung. Zu investieren sei erlaubt.

Institutionelle haben mehr Zeit

Die Zeichnungsfrist für institutionelle Investoren läuft bis zum 4. Dezember. Der Konzern wolle allerdings seinen Börsengang nicht im Ausland vermarkten, sagten mehrere Insider.

Die Pläne für einen Börsengang des Ölriesen hatte Kronprinz Mohammed bereits 2016 öffentlich gemacht, jedoch wurden sie immer wieder verschoben. Er will sein Land unabhängiger machen von den Öleinnahmen und die Erlöse aus der Aktienemission in andere Industriezweige investieren.

nb

Startschuss für Zeichnungsfrist von Saudi-Aramco-Aktien
Björn Blaschke, ARD Kairo
18.11.2019 09:13 Uhr

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Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. November 2019 um 13:15 Uhr.

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