Markus Braun, Wirecard

Verdacht auf Insiderhandel Finanzaufsicht zeigt Ex-Wirecard-Chef an

Stand: 15.07.2020 17:15 Uhr

Über drei Wochen nach der Insolvenz von Wirecard erstattet die Finanzaufsicht BaFin nun gegen Ex-Chef Markus Braun Anzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Erst jetzt wurde bekannt, dass die Behörde schon früher Sonderprüfungen bei der Banktochter durchführte.

Es gehe um den Verkauf von Wirecard-Aktien für 6,6 Millionen Euro durch die MB Beteiligungsgesellschaft, hinter der Braun steht, am 24. Juni. Das war ein Tag, bevor der Zahlungsabwickler Insolvenz angemeldet hatte. Weitere Verkäufe für 3,4 Millionen Euro durch MB zwei Tage vorher würden noch untersucht, sagte eine Behördensprecherin. Braun war da bereits als Vorstandschef zurückgetreten.

Der Ex-Wirecard-Chef hatte bereits am 18. und 19. Juni einen Großteil seiner Aktien verkauft. Er war mit acht Prozent größter Einzelaktionär des Fintech-Unternehmens aus Aschheim bei München. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt bereits, in wie weit Braun in die Betrügereien von Wirecard verwickelt war.

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Die Finanzaufsicht BaFin hatte bereits vor wenigen Tagen die Staatsanwaltschaft München über einen Insider-Verdacht beim kollabierten Zahlungsdienstleister Wirecard informiert. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte am Montag einen entsprechenden "Handelsblatt"-Vorabbericht.

BaFin prüfte Wirecard Bank schon 2017

Erst jetzt wurde bekannt, dass die BaFin die Banktochter von Wirecard schon seit 2017 intensiv durchleuchtet hat. Nach Angaben des Branchendienstes "Finanz-Szene.de" führte die Behörde im Juni und Juli 2017 eine Sonderprüfung bei der Wirecard Bank durch, bei der das Kreditgeschäft im Fokus stand. Bei einer weiteren Sonderprüfung Mitte 2019 sei es dann um mögliche Geldwäsche gegangen. Was die Untersuchungen ergaben und warum die Öffentlichkeit nicht informiert wurde, bleibt unklar.


nb/la

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Juli 2020 um 09:38 Uhr.

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