Jeff Bezos (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Amazon-Chef Bezos Seit Silvester 23,6 Milliarden Dollar reicher

Stand: 15.04.2020 06:48 Uhr

Dem Vermögen des reichsten Menschen der Welt kann die Corona-Pandemie nichts anhaben - im Gegenteil: Amazon-Chef Jeff Bezos ist seit Jahresbeginn um einige Milliarden Dollar reicher geworden.

Von Angela Göpfert, boerse.ARD.de

Das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos ist dem Bloomberg Billionaires Index zufolge seit Jahresbeginn um 23,6 Milliarden auf 138 Milliarden Dollar gestiegen. Das ist selbst in der Welt der Ultra-Reichen einmalig. Keine andere Person auf Bloombergs Top-100-Liste der reichsten Menschen der Welt hat seit Jahresbeginn ihr Vermögen so stark vermehrt wie der Amazon-Chef.  

Amazon als Krisenprofiteur

Zum Vergleich: Der zweitreichste Mann der Welt, Bill Gates, verlor seit Anfang Januar 8,4 Milliarden Dollar. Der drittreichste Mann der Welt und Chef eines Luxus-Imperiums, Bernard Arnault, musste gar einen Rückgang seines Vermögens um 23 Milliarden Dollar verschmerzen. Selbst Investmentlegende Warren Buffett (Platz vier auf der Bloomberg-Billionaires-Liste) konnte aus der Krise bislang keinen Profit schlagen; er verlor im gleichen Zeitraum 13,3 Milliarden Dollar.  

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Begehrte Lieferungen in diesen seltsamen Zeiten

Was also machte Bezos anders? Ganz einfach: Bezos ist Chef und Großaktionär eines Unternehmens, das wie nur wenige andere von der Corona-Pandemie profitiert. Die Lieferdienste des weltgrößten Online-Händlers sind in Zeiten geschlossener Geschäfte extrem gefragt. Ein klares Anzeichen dafür: Der Konzern hat mitten in der Krise 100.000 Mitarbeiter in den USA neu eingestellt - und nun 75.000 weitere Stellen ausgeschrieben.  

Rasante Rally, Rekordhoch

Das spiegelt sich naturgemäß auch an der Börse wider: Kaum eine Aktie konnte sich so rasant von ihrem Einbruch in der Corona-Krise erholen. Zwar stürzte auch die Amazon-Aktie im Zuge des großen Ausverkaufs an den Börsen dramatisch ab und fiel Mitte März bis auf 1.626 Dollar. Doch schon einen Monat später ist das Papier mehr als 600 Dollar mehr wert - und damit das Paradebeispiel einer V-förmigen Erholungsrally.  

Am Donnerstag markierte die Amazon-Aktie an der Nasdaq bei 2.292 Dollar ein Rekordhoch. Zu Handelsschluss stand ein Plus von 5,3 Prozent auf 2.283,32 Dollar. Mit dem Anstieg über die alte vom Februar datierende Bestmarke bei 2.185,95 Dollar sendet die Amazon-Aktie eines der besten Kaufsignale, das die technische Analyse zu bieten hat.  

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Tut Amazon genug zum Schutz seiner Mitarbeiter?

Dessen ungeachtet nimmt die Kritik an dem Unternehmen auch in der Krise weiter zu. So soll der Konzern nicht genug tun, um seine Mitarbeiter vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen. Das hatten auch drei Mitarbeiter in den USA kritisiert. Sie wurden nun unter Verweis auf wiederholte Verstöße gegen interne Richtlinien entlassen.  

Unterdessen erklärte ein Gericht im Pariser Vorort Nanterre, der Online-Händler habe in der Coronavirus-Krise seine Verpflichtungen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit der Angestellten in seinen Logistikzentren nicht ausreichend erfüllt. Amazon müsse nun in allen Lagern eine Risikobewertung durchführen und erforderliche Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen treffen.

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Wie Amazon-Chef Bezos zum reichsten Mann der Welt wurde

Klein-Jeff Bezos

Der Junge aus Albuquerque
Jeffrey "Jeff" Preston Jorgensen kam am 12. Januar 1964 in Albuquerque in New Mexico zur Welt. Nach einem Jahr trennte sich seine Mutter Jacklyn Gise von Jeffs Vater, dem Zirkusartisten Ted Jorgensen. Als Jeff vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter den kubanischen Immigranten Miguel Bezos. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder: Christina und Mark. Miguel Bezos adoptierte Jeff. Das erfuhr er mit zehn Jahren - doch...

 

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2020 um 17:56 Uhr.

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