Nike-Fußballschuh und Adidas-Ball

Adidas gegen Nike Das ewige Fußball-Duell

Stand: 14.06.2018 06:50 Uhr

Bei der Weltmeisterschaft treffen nicht nur die besten Fußball-Teams und Spieler aufeinander. Auch für die beidenen dominierenden Sportartikel-Hersteller ist das Event ein Schaulaufen. Die Konkurrenz zwischen Adidas und Nike in Sachen Fußball hat 2018 einen Höhepunkt erreicht.

Deutsche Fußballnationalmannschaft
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Deutsche Fußballnationalmannschaft 2018

Die Fußball-Welt scheint zu diesem WM-Turnier zweigeteilt, das zeigt sich deutlich in der Zahl der Mannschaften, die von den beiden Rivalen Adidas und Nike ausgerüstet werden. Zwölf Teams laufen mit Trikots von Adidas in den WM-Stadien Russlands ab dem 14. Juni ein, darunter das deutsche Weltmeisterteam, Vize-Weltmeister Argentinien, Mitfavorit Spanien und Gastgeber Russland. Nike bietet zehn Mannschaften auf, die um die Fußball-Krone kämpfen, allen voran Brasilien, dazu Mitfavorit Frankreich, und unter anderen auch England und Portugal.

Bei Schuhen liegt Nike vorn

Adidas- und Nike-Fußballschuhe
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Adidas- und Nike-Fußballschuhe

Zwar hat Adidas die meisten hochklassigen Teams an sich gebunden, Nike dominiert dafür beim Schuhwerk: Geschätzt 60 Prozent der Fußball-Profis spielen ihre Pässe mit US-Fußballschuhen. Selbst im deutschen Team kommt Adidas bei der Fußbekleidung im Kader nur auf elf Spieler. Genauso viele nutzen Nike-Schuhe, und mit Marco Reus trägt nur ein Spieler Puma-Schuhe. In Sachen "Weltfußballer-Schuhe" stehen sich vielleicht im Laufe des Turniers Christiano Ronaldo (Nike) und Lionel Messi (Adidas) gegenüber.

Puma hat mit nur noch vier ausgerüsteten Teams aus dem Dreikampf bei den vergangenen Turnieren endgültig einen Zweikampf gemacht. New Balance kommt noch auf zwei Teams mit eher geringen Chancen (Panama und Costa-Rica). Und weitere Hersteller wie Umbro, Hummel, Uhlsport und Errèa rüsten nur jeweils eine Mannschaft aus (siehe dazu unsere Übersicht: Die Team-Ausrüster). Der lange als Herausforderer gehandelte US-Konzern Under Armour ist in Russland gar nicht als Ausrüster vertreten.

Russland ist nicht Brasilien

Unter geschäftlichen Gesichtspunkten gilt die Fußball-WM in Russland durchaus nicht als Garant großer Chancen für Adidas und Nike. Anders als in Brasilien lässt die Fußballbegeisterung im Ausrichterland zu wünschen übrig. Zudem steckt Russland in einer Wirtschaftskrise und leidet unter Sanktionen der EU und der USA.

Sowohl Nike als auch Adidas hielten sich im Vorfeld mit Aussagen über mögliche Umsätze und Erträge auffallend zurück. Adidas hatte bei der WM in Brasilien 2014 seine Fußball-Umsätze deutlich auf 2,1 Milliarden Euro gesteigert. Inzwischen macht das Unternehmen aber gar keine Aussagen mehr zum Fußball-Geschäft in der Umsatz- und Gewinnstatistik.

Trikotverkauf brummt

Adidas WM-Ball "Telestar 18"
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Adidas WM-Ball "Telestar 18"

Beim Trikotverkauf liegen beide Konzerne zum Beginn des Turniers wohl gleichauf. Adidas geht davon aus, den Wert der Brasilien-WM von acht Millionen Sporthemden zu überbieten. Aber auch bei Nike finden die extra-teuren WM-Leibchen guten Absatz, allein in Nigeria will man bereits drei Millionen Stück verkauft haben. Von den im Schnitt knapp 100 Euro teuren Trikots erhalten die Hersteller aber nur geschätzte 15 bis 20 Prozent als Einnahmen. Etwa 40 Prozent bleiben bei den Händlern, der DFB ist bei Adidas etwa mit 5,50 Euro pro Trikot dabei.

Odem V von Nike
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Fußball "Odem V" von Nike

Hat Nike bei Schuhen "den Zeh vorn", glänzt Adidas auch 2018 mit einem Monopol beim offiziellen WM-Ball. Der "Telstar 18", der in den Stadien rollt und fliegt, trägt das Logo mit den drei Streifen. Etwa zehn Millionen Stück will man rund um die WM verkaufen. Die britische Mannschaft übrigens, die bei Nike unter Vertrag steht, darf gemäß Vereinbarung in öffentlichen Trainings nur mit dem Nike-Modell "Ordem V" auftreten. Vielleicht sogar ein kleiner Nachteil für die Männer von der Insel, denn dem Adidas-Ball werden andere Flugeigenschaften attestiert.

Mehr Image als Umsatz

Experten gehen davon aus, dass beide großen Hersteller das Turnier vor allem zur Imagepflege nutzen wollen und weniger unmittelbare geschäftliche Chancen sehen. Sowohl Adidas als auch Nike hatten zuletzt gute Geschäftszahlen vorgelegt und steigende Gewinne präsentiert. Beide Aktien hatten sich in den vergangenen Monaten prächtig entwickelt. Der Sportartikelmarkt scheint global groß genug zu sein, um beiden Platzhirschen weiteren Raum für Wachstum zu bieten.

Weitere Kursinformationen zu Nike

Weitere Kursinformationen zu Adidas

Letztlich dürfte die gesteigerte Aufmerksamkeit beiden Konzernen gut tun. Und vielleicht reicht es ja sogar im Endspiel zu einer ähnlichen "Kooperation" wie vor vier Jahren: In Rio de Janeiro schoss Mario Götze Deutschland mit einem Adidas-Ball im Adidas-Trikot zum Weltmeister - aber er trug dabei Nike-Schuhe.

AB

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Die Ausrüster der Teams

Deutsche Fußballnationalmannschaft

Adidas
Dass Deutschlands Nationalmannschaft in Trikots von Adidas aufläuft, hat jahrzehntelange Tradition. Außer dem Fußball-Weltmeister hat das Unternehmen noch elf weitere Mannschaften unter Vertrag: Argentinien, Spanien, Russland, Ägypten, Belgien, Iran, Japan, Kolumbien, Marokko, Mexiko und Schweden.

Quelle: boerse.ard.de
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