American Airlines Boeing 737 Max 8 | Bildquelle: JUSTIN LANE/EPA-EFE/REX

Nach zwei Abstürzen Update für Boeing 737 Max verzögert sich

Stand: 02.04.2019 07:32 Uhr

Nach zwei Flugzeugabstürzen bleibt die Boeing 737 Max weltweit am Boden - und das vermutlich länger als erwartet. Boeing braucht noch Zeit für das Software-Update. Man wolle es "richtig machen".

Das weltweite Flugverbot für Maschinen vom Typ Boeing 737 Max wird wohl noch mehrere Wochen andauern. Das Software-Update für die Flugzeuge, das Boeing nach zwei Abstürzen angekündigt hatte, kommt später als von dem US-Konzern zunächst angekündigt.

Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA benötigt Boeing noch Zeit, um die in die Kritik geratene Steuerungssoftware MCAS weiter zu überarbeiten. Erst in den kommenden Wochen erwarte man das endgültige Paket des überarbeiteten Programms. Danach werde man es einer "rigorosen Sicherheitsüberprüfung" unterziehen, bevor man es zur Installation freigebe.

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So funktioniert das Computersystem der Boeing 737 MAX

Nach den Abstürzen der zwei Boeing-Maschinen des Typs 737 MAX ist das Stabilisierungssystem MCAS im Visier. Laut Ermittlern könnte es eine entscheidende Rolle bei den Unglücken gespielt haben.

Grafik 1: MCAS - Über 14 Grad Steigung droht ein Strömungsabriss

Ein Sensor misst während des Starts den Anstellwinkel. Ist er zu steil, droht ein Strömungsabriss. Jetzt greift das MCAS ein.

"Es richtig machen"

Boeing hatte das Update für den Flugzeugtyp 737 Max bereits vor einer Woche vorgestellt - vor mehr als 200 Piloten, Technikern und Regulierern in seinem Werk in Renton im US-Bundesstaat Washington. Zu der Verzögerung jetzt hieß es von dem Flugzeugbauer, man wolle sicherstellen, "dass wir uns die Zeit nehmen, es richtig zu machen". Auch Boeing spricht von mehreren Wochen.

Hinweise auf Fehlfunktion

Unfallermittler sind sich sicher, dass Boeings MCAS-System eine entscheidende Rolle beim Absturz einer 737 Max 8 im Oktober in Indonesien spielte. Der Bordcomputer soll die Nase der Maschine automatisch immer wieder nach unten gedrückt haben, während die Piloten vergeblich versuchten, gegenzusteuern. Auch beim Absturz in Äthiopien gilt die Software als mögliche Ursache.

Bei den beiden Unglücken waren insgesamt fast 350 Menschen ums Leben gekommen. Weltweit müssen deshalb zurzeit mehr als 300 Flugzeuge des Typs am Boden bleiben. Boeing steht nach den Abstürzen unter massivem Druck: Aufsichtsbehörden in der ganzen Welt starteten Ermittlungen, Fluggesellschaften änderten ihren Flugplan, Angehörige eines Opfers klagen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. April 2019 um 06:00 Uhr.

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