Eric Lindblad steht im Mai 2016 im Boeing-Werk Everett im US-Bundesstaat Washington. | Bildquelle: AP

737-Programm Boeing-Manager geht vorzeitig in Rente

Stand: 12.07.2019 08:51 Uhr

Flugzeuge der Baureihe Boeing 737 Max dürfen seit Monaten wegen zwei Abstürzen nicht mehr fliegen. Der Konzern steckt in einer großen Krise. Nun geht der Programmleiter - nach nur einem Jahr auf dem Posten.

Inmitten der Krise um die Boeing 737 MAX verlässt der für den Maschinen-Typ verantwortliche Programmleiter den US-Flugzeugbauer. Eric Lindblad werde in Rente gehen, schrieb der Chef der Zivilflugzeug-Sparte von Boeing, Kevin McAllister, in einer Botschaft an die Konzernmitarbeiter. Lindblad ist 57 Jahre alt und war vor 34 Jahren bei Boeing eingestiegen. Die Leitung des Boeing-737-Programms hatte erst im August 2018 übernommen.

Lindsblads Aufgaben übernimmt Mark Jenks - und das in kritischen Zeiten. Für die 737 MAX gilt derzeit ein weltweites Flugverbot, nachdem zwei Flugzeuge des Typs in Indonesien und Äthiopien abgestürzt waren. 346 Menschen kamen dabei ums Leben.

Ermittler vermuten fehlerhaftes System

Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit dem Stabilisierungssystem MCAS zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt. Aus den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft mit Unterstützung des FBI zog sich US-Justizminister William Barr wegen Befangenheit zurück. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, vertritt Barrs frühere Kanzlei Boeing.

Die Katastrophen haben Boeing in eine beispiellose Krise gestoßen und viel Kritik an dem Flugzeugbauer laut werden lassen. Personelle Konsequenzen zog der Konzern aber bislang nicht. In seiner Botschaft an die Boeing-Mitarbeiter schrieb McAllister, Lindblad habe ihm bereits im vergangenen Jahr seine Absicht mitgeteilt, in Rente gehen zu wollen.

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