Verbrannte Motorenteile werden auf einer Pressekonferenz in Südkorea gezeigt | Bildquelle: AFP

Probleme in Südkorea Ein bisschen Bußgeld für BMW

Stand: 24.12.2018 09:14 Uhr

Lecks im Kühlsystem, brennende Motoren: Nach Einschätzung der südkoreanischen Regierung hat BMW unzureichend und vertuschend auf diese Probleme reagiert. Die Folge: ein vor allem symbolisches Bußgeld.

Die südkoreanische Regierung will gegen das deutsche Autounternehmen BMW eine Millionenstrafe wegen einer mangelhaften und manipulativen Reaktion auf Motorenbrände verhängen. Das südkoreanische Verkehrsministerium warf BMW vor, es habe zu langsam Fahrzeuge zurückgerufen und absichtlich versucht, technische Probleme zu verschleiern, nachdem in diesem Jahr etwa 40 BMW-Autos in Brand geraten waren.

Das Ministerium will deshalb BMW eine Strafzahlung von umgerechnet 8,7 Millionen Euro (11,2 Milliarden Won) auferlegen und gegen das Unternehmen Strafanzeige stellen.

Verbrannte Motorenteile werden auf einer Pressekonferenz in Südkorea gezeigt | Bildquelle: AFP
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Auslegeware: In Seoul zeigten Regierungsvertreter verbrannte und schadhafte BMW-Motorenteile.

Probleme mit den Ventilen

Ein Untersuchungsausschuss des Ministeriums sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Feuer von schlecht funktionierenden Ventilen in Kühlungsmechanismen der Fahrzeuge verursacht worden seien.

Dies deckt sich mit den Erkenntnissen von BMW. Die Südkorea-Abteilung des Autobauers teilte in einer Stellungnahme mit, die Ergebnisse des Ministeriums stünden allgemein im Einklang mit der Einschätzung des Unternehmens, dass die Feuer von Lecks in den EGR-Kühlern verursacht worden seien. Das Unternehmen ging darüber hinaus nicht direkt auf die Vorwürfe des Ministeriums ein. Es entschuldigte sich aber und erklärte, es habe keine Berichte über Verletzungen in Zusammenhang mit den Feuern in Südkorea gegeben.

Wegen Problemen mit den Kühlventilen hatte BMW in Südkorea insgesamt 172.000 Pkw, weltweit sogar insgesamt 1,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten gerufen. Auch wegen der Rückrufe hatte BMW Ende September eine Gewinnwarnung ausgesprochen - die erste in zehn Jahren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

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