BMW-Produktionsstraße Oxford | Bildquelle: AFP

BMW-Werk in Oxford Brexit bremst Mini

Stand: 18.09.2018 17:18 Uhr

BMW bereitet sich auf den Brexit vor: Gleich nach dem Austritt Großbritanniens soll das Werk für den Mini im englischen Oxford für vier Wochen geschlossen werden. Das soll den Standort sichern.

Der deutsche Autobauer BMW will seine Fabrik für den Mini im britischen Oxford direkt nach dem Brexit für etwa einen Monat schließen. Grund sei das Risiko, dass sich Großbritannien ohne ein Abkommen von der EU trennen könnte, sagte ein Unternehmenssprecher. Auf diese Weise wolle man die Gefahr von Engpässen bei Zulieferern für den Bau von Minis umgehen.

BMW: Sicher ist sicher

"Wir sind zwar der Meinung, dass dieses Worst-Case-Szenario unwahrscheinlich ist, aber wir müssen uns darauf einstellen", sagte Sprecher Piers Scott. Das Unternehmen sei auf Sicherheit angewiesen. Die jährlichen Wartungsarbeiten werden daher vorgezogen und sollen vom ersten April an stattfinden, die Produktion werde stillstehen. Diese Entscheidung helfe, den Standort in Oxford zu sichern.

BMW will ab kommendem Jahr in dem Werk in Südengland den Elektro-Mini herstellen. Im vergangenen Jahr bauten die Münchner in dem Werk fast 220.000 Autos, das sind 13 Prozent aller Fahrzeuge, die in Großbritannien produziert wurden.

BMW-Produktionsstraße Oxford | Bildquelle: AFP
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Das BMW-Werk in Oxford: Hier wurden 2017 fast 220.000 Autos produziert

Risiko "chaotischer" Brexit

Großbritannien will die Europäische Union Ende März 2019 verlassen. Wie das genau ablaufen soll, ist unklar, die Verhandlungen über ein Folgeabkommen sind ins Stocken geraten. EU-Ratspräsident Donald Tusk warnte bereits vor "katastrophalen" Folgen eines chaotischen Brexit. Sollte es dazu kommen, befürchtet der Internationale Währungsfonds, dass die Wirtschaft des Landes an Fahrt verliert, das Pfund fällt und das Staatsdefizit steigt.

Auch Jaguar will Produktion drosseln

Bereits am Montag hatte der größte britische Autobauer Jaguar Land Rover angekündigt, wegen des Brexits und der Dieseldebatte seine Produktion erheblich zu drosseln. Bis Weihnachten soll im Werk Castle Bromwich bei Birmingham nur noch an drei Tagen pro Woche gearbeitet werden. So könnten Entlassungen vermieden werden. Bereits im Frühjahr hatte der Autobauer angekündigt, 1.000 Jobs zu streichen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 18. September 2018 um 21:58 Uhr.

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