BlackRock-Vize Hildebrand "Klimarisiken sind auch Investitionsrisiken"

Stand: 21.01.2020 21:03 Uhr

Mit einem Brief, in dem er von Konzernen mehr Öko-Bewusstsein einforderte, sorgte BlackRock-Chef Fink für Aufsehen. Nun legt der Vize des mächtigen Vermögensverwalters, Hildebrand, nach: Das Stimmrecht eines Aktionärs biete auch Chancen für die Umwelt.

Industriekonzerne geraten in der Klimadebatte zunehmend unter Druck: Aktivisten wie etwa die der "Fridays for Future"-Bewegung fordern die Unternehmen lautstark auf, umweltfreundlichere Wege einzuschlagen. Doch Ende der vergangenen Woche kam ein solcher Appell aus recht unerwarteter Ecke.

Ausgerechnet Larry Fink, der Chef von BlackRock, dem wohl mächtigsten internationalen Vermögensverwalter, verschickte gleich eine ganze Reihe von blauen Briefen. Einige gingen auch nach Deutschland: an Siemens etwa, oder an die Deutsche Bank und den Energieversorger RWE. Darin forderte Fink von den Firmen mehr ökologisches Denken und Handeln ein.

Philipp Hildebrand, Vizepräsident BlackRock, plädiert für eine nachhaltige Wirtschaft
tagesthemen 22:15 Uhr, 21.01.2020

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Klimarisiken können sich direkt auf Firmen auswirken

Backrock-Vize Philipp Hildebrand stimmte in den grünen Aufruf mit ein: "Wir müssen festhalten, dass Klimarisiken auch Investitionsrisiken sind", sagte er im Interview mit den tagesthemen. Und diese Risiken könnten sich direkt auf die Bewertungen und die Erträge einer Firma auswirken. Kunden forderten inzwischen Lösungen von den Firmen ein, wie mit diesen Risiken umzugehen und wie die Konzerne sie beispielsweise in neue Produkte integrieren könnten.

Das klingt vom Tonfall ähnlich, wie ihn auch Fink angeschlagen hatte, als er seinen Brief begründete. Er habe ihn nicht als Umweltschützer, sondern als Kapitalist geschrieben, so der BlackRock-Chef. Geschäftssinn trifft Umweltbewusstsein sozusagen.

Dem vermeintlichen Widerspruch, dass ausgerechnet BlackRock als Anteilseigner der größten Öl- und Gaskonzerne weltweit nun grüner werden will, hält Hildebrand entgegen, dass "Öl noch jahrzehntelang Teil der Weltwirtschaft sein wird" und dass die Umstellung auf eine CO2-freie Wirtschaft ebenso lange dauern werde.

Das Stimmrecht als Druckmittel

Bei dieser Umstellung werde Kapital ein wichtiger Faktor sein, wenn es darum gehe, wie Unternehmen der Wandel hin zu klimafreundlichen oder gar klimaneutralen Geschäftsmodellen gelingen könne, fügt der BlackRock-Vize hinzu: "Kapitalumschichtungen werden die Modelle beeinflussen. Die Rolle der Finanzmärkte wird sehr wichtig sein."

Und gerade darin, dass BlackRock Aktien an Großkonzernen hält, sieht Hildebrand eine Chance. Weltweit halte der Vermögensverwalter in rund 2500 Firmen fünf bis zehn Prozent des Kapitals, teils als größter Aktionär. "So können wir Einfluss nehmen und durch unser Stimmrecht auch Druck ausüben", sagte Hildebrand weiter. Beispielsweise, um Unternehmen dazu zu bewegen, transparenter darzustellen, wie sie mit Klimarisiken umgehen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 21. Januar 2020 um 22:15 Uhr.

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