Fahrradreparatur am Kauf-Nix-Tag

Absage an den Kaufrausch "Kauf-Nix-Tag" statt Schnäppchenjagd

Stand: 30.11.2019 13:26 Uhr

Viel Menschen widersetzen sich dem Kaufrausch in der Weihnachtszeit. Anstatt bei Rabatten zuzuschlagen, reparieren sie defekte Geräte selber. Manche entsagen vollends dem Konsum.

Von Verena Schälter, BR

Black Friday und Cyber Monday sind auch in Deutschland angekommen. Sie bescheren dem Handel satte Umsätze - mit steigender Tendenz. Allein an diesen beiden Tagen rechnet der Handelsverband Deutschland mit einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 22 Prozent.

Die Tage bilden den Auftakt für die konsumfreudigste Zeit des Jahres: das Weihnachtsgeschäft. Dann locken Händler und Hersteller die Kunden mit vermeintlichen Schnäppchen und Rabatten. Der Black Friday fällt traditionell auf den Freitag nach dem US-amerikanischen Feiertag Thanksgiving. Der Cyber Monday folgt darauf am Montag.

Kaufrausch - wie manipulierend ist der "Black Friday"?
tagesthemen 21:45 Uhr, 29.11.2019, Jacqueline Dreyhaupt, HR

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Doch seit einigen Jahren setzen immer mehr Menschen ein Zeichen gegen den Konsumwahn. 1992 rief der kanadische Künstler Ted Dave den "Kauf-Nix-Tag" ("Buy Nothing Day") ins Leben, um "ausbeuterische Produktions- und Handelsstrategien internationaler Konzerne und Finanzgruppen" anzuprangern.

Seit den 2000er-Jahren gibt es diesen Aktionstag auch in Deutschland. Er findet hier am Samstag nach dem Black Friday statt. Die Idee: Einen Tag lang nichts kaufen und kritisch den eigenen Konsum überdenken.

Zeichen gegen übermäßigen Konsum

Greenpeace hat sogar eine ganze Woche der Konsumkritik ausgerufen, die "Make-Something-Week". Auch hier geht es darum, ein Zeichen gegen übermäßigen Konsum zu setzen und mögliche Alternativen aufzuzeigen.

Das beginnt im Kleinen, glauben Jasmin Berger und Michael Manhart. Die beiden sind aus der Nähe von München, engagieren sich für Greenpeace und beteiligen sich an der Make-Something-Week. "Wir machen das, weil wir auch selber dem Konsumwahnsinn den Kampf ansagen wollen und uns auch wieder auf unsere Werte und unsere Dinge, die wir haben, besinnen wollen", so Berger.

Upcycling als Alternative

Konkret gehe es darum, Sachen selber zu machen und alte Dinge zu erneuern und zu reparieren, anstatt alles neu zu kaufen. Upcycling nennt sich das.

Ein Mann fertigt etwas aus Holz für den Kauf-Nix-Tag
galerie

Greenpeace versucht mit der "Make-Something-Week" gegenzuhalten. Statt alles neu zu kaufen, können Kunden in einer Werkstatt in Freising kaputte Geräte reparieren.

Die offene Werkstatt in Freising, wo die Aktion stattfindet, ist ein Eldorado für Tüftler und Bastler. Hier gibt es alles vom einfachen Schraubenzieher bis zur Schleifmaschine. An diesem Tag kann jeder vorbeikommen und seine alten Fahrräder reparieren, mit Holz experimentieren oder lernen wie man Wachstücher herstellt als Alternative zu Frischhalte- oder Alufolie.

81 Prozent glauben, Konsumverzicht sei nötig

Allerdings sei es immer schwieriger, die Leute dafür zu begeistern: "Diese Idee, etwas selber zu kreieren oder sich gemeinsam mit anderen etwas zu überlegen, die ist so weit weg wie nur irgendwas", sagt Manhart. "Da ist der Weg zum Saturn oder Mediamarkt so viel einfacher und so viel schneller und vor allem präsenter in den Köpfen."

Dabei scheint in der Gesellschaft schon ein gewisses Konsumbewusstsein vorhanden zu sein. In der Umfrage "Wissenschaftsbarometer 2019" stimmten 81 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass Konsumeinschränkungen aller für den Erhalt der Umwelt nötig seien.

Konsum als Voraussetzung für Wachstum

Wie lässt sich dieser Widerspruch auflösen? Christoph Lütge, Ökonom und Philosoph an der Technischen Universität München, glaubt nicht, dass es sinnvoll ist, Konsum pauschal zu verweigern. "Konsum ist eine wichtige Quelle für Wachstum", so Lütge.

Würde allein Deutschland auf Wachstum verzichten, fielen wir als Volkswirtschaft zurück. Global gesehen, könne ein Verzicht auf Wachstum bedeuten, dass ein Großteil der Menschen arm bliebe. Manche Ökonomen gehen sogar von einem Viertel der Weltbevölkerung aus.

"Ich glaube, wir brauchen ein nachhaltiges Wachstum, ein qualitatives Wachstum", so Lütge. Und hier sei vor allem der Verbraucher gefragt. Denn der Kunde bestimmt auch mit seinem Kaufverhalten das Angebot.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 29. November 2019 um 21:45 Uhr.

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