Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung vor einem Computer an einem Stehtisch. | dpa

Bitkom-Umfrage Digitaler durch die Pandemie

Stand: 17.05.2022 11:33 Uhr

Mit Corona wurde alles anders - auch in der Arbeitswelt. Nun stellen viele deutsche Firmen fest, dass sie durch die Pandemie digitaler geworden sind. Das ergab eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom.

Die Coronavirus-Pandemie hat die deutschen Unternehmen wohl deutlich digitaler gemacht. In einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom unter gut 1100 Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten gaben 49 Prozent an, ihr Geschäftsmodell sei durch die Pandemie digitaler geworden. Vor zwei Jahren, kurz nach Beginn der Pandemie, waren es erst 15 Prozent. Bei den Geschäftsprozessen sind es laut der Umfrage 44 Prozent, wie Bitkom mitteilte.

Es wird weniger gedruckt

Sechs von zehn Unternehmen (60 Prozent) sind demnach überzeugt, dass digitale Technologien dabei geholfen haben, die Pandemie zu bewältigen. Eine knappe Mehrheit (53 Prozent) betont, dass Corona einen "Innovationsschub im eigenen Unternehmen" ausgelöst hat.

Erstmals sagte bei der Umfrage mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Firmen, dass bei ihnen weniger gedruckt wurde als vor einem Jahr. 2020 waren dies erst 49 Prozent.

Ein weiteres Novum: Zum ersten Mal ist die Gruppe der Unternehmen, die ihre Rechnungen überwiegend elektronisch stellt, am größten.

Meisten Betriebe haben Digitalisierungsstrategie

83 Prozent der Betriebe verfügen nach eigener Aussage inzwischen über eine Digitalstrategie. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es erst 74 Prozent.

Die Pläne reichen oft auch in die Zukunft: 29 Prozent der Firmen gaben bei der Umfrage an, dieses Jahr mehr in die weitere Digitalisierung investieren zu wollen. 53 Prozent planen dafür mit einem unveränderten Budget gegenüber 2021. Nur 14 Prozent gehen von Kürzungen aus.

Brief und Fax als Auslaufmodell

Videokonferenzen gehören laut Bitkom in 72 Prozent der Unternehmen mittlerweile zum Standard. 2020 waren das erst 61 Prozent und 2018 nur 48 Prozent. 36 Prozent der Unternehmen nutzen laut der Umfrage auch soziale Netzwerke zur Kommunikation. Das hatten 2020 erst 29 Prozent der Firmen getan.

Zugleich werden klassische Kommunikationsmittel seltener verwendet. Erstmals nutzt weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) häufig oder sehr häufig die Briefpost (2020: 56 Prozent, 2018: 71 Prozent). Und nur noch 40 Prozent greifen häufig auf das Fax zurück. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, 2018 sogar noch 62 Prozent. 

Kein Geld, keine Zeit

Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, die Unternehmen reizten ihre Möglichkeiten aber bei Weitem noch nicht aus. "Häufig werden in den Unternehmen noch die alten, analogen Abläufe einfach digital nachgebildet."

Als Hürden bei der Digitalisierung geben die Betriebe vor allem den hohen Investitionsbedarf, die Sorge vor einem unberechtigten Zugriff auf Daten sowie zu wenig qualifiziertes Personal an. Daneben nennt rund jedes zweite Unternehmen fehlende Zeit (55 Prozent) und fehlende Standards (53 Prozent). 

Größere Unternehmen sind laut Bitkom bei der Digitalisierung weiter als kleinere Firmen.