Bitcoin Serie: Blockchain

Serie - Technologie hinter Bitcoins Die Blockchain-Revolution

Stand: 22.11.2017 08:18 Uhr

Noch ist sie ein Thema vor allem für Technik-Freaks und Denkfabriken. Doch die Blockchain, die Technologie, die hinter der Kunstwährung Bitcoin steckt, könnte unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren verändern.

Auf Deutsch heißt Blockchain so viel wie "Blockkette". Vorstellen kann man sich die Blockchain als eine Art Logbuch. Regelmäßig, beim Bitcoin etwa alle zehn Minuten, kommt ein neues "Kapitel", also ein neuer Block hinzu. In diesem Block werden die gesamten Transaktionen und Aktionen des Netzwerkes verwahrt, geprüft und anschließend verschlüsselt.

Vor allem zwei Eigenschaften machen diese Datenkette einzigartig und interessant für viele Anwendungen. Da die Blockchain auf vielen Tausend Computern jederzeit einsehbar ist, herrscht vollständige Transparenz über die ausgeführten Transaktionen. Einmal verschlüsselt ist der "Block" der Datenkette nicht mehr veränderbar. Dabei sind die "Partner" einer solchen Transaktion aber geschützt und anonym.

Banken werden überflüssig

Der zweite grundlegende Vorzug der Technologie liegt darin, dass nur die beiden Partner eines Geschäftes erforderlich sind, um zum Beispiel einen Kauf zu tätigen oder einen Vertrag abzuschließen. Durch dieses "peer-to-peer"-Prinzip sind Zwischeninstanzen, wie etwa eine Bank beim Zahlungsverkehr, prinzipiell nicht mehr erforderlich.

Die Blockchain-Technologie bildet die Basis von "Krypto"-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum. Die möglichen Einsatzbereiche der Blockchain gehen aber weit darüber hinaus. So lässt sich prinzipiell der Zahlungsverkehr über die Blockchain abwickeln lassen. So genannte "smart contracts", quasi: intelligente Verträge, könnten abgeschlossen werden. Dabei wird die Einhaltung des Vertrages von der Blockchain selbst kontrolliert werden. Ein gerne angeführtes Beispiel dafür ist ein Autoleasing-Vertrag. Der Vertrag selbst und die Transaktionen, also die Leasing-Raten, werden in der Blockchain hinterlegt. Fällt eine Ratenzahlung aus, sorgt die Blockchain über eine Verschlüsselung dafür, dass das Auto für den Leasingnehmer nicht mehr nutzbar ist.

Erstes Versicherungsprodukt

Im Versicherungsmarkt hat die Axa bereits ein Produkt im Markt, das auf der Blockchain basiert. Die Versicherung regelt Schadensersatzansprüche von Fluggästen bei Flugverspätungen "vollautomatisch". Mit der Blockchain-Police werden sowohl der Kaufvorgang als auch die spätere Schadenmeldung im Verspätungsfall über die Blockchain abgewickelt.

Im Energiesektor können Energieversorger künftig ihre Energielieferungen und die finanzielle Abrechnung mit dem Kunden über die Blockchain organisieren, jede Kilowattstunde, die der Kunde vom Versorger bezieht, kann wird über eine digitale Geldbörse in Echtzeit bezahlt werden, Pilotprojekte laufen bereits. Die Energieunternehmen Eon und Enel wickeln bereits ihren Stromhandel zum Teil über einen neuen, auf Blockchain-Technologie basierenden Marktplatz ab.

Energie- und Gesundheitsversorgung mit der Blockchain

Im Einzelhandel kann die Blockchain für Verbraucher für mehr Transparenz sorgen. Sie könnte innerhalb einer Versorgungskette jeden Schritt aufzeichnen, den ein Produkt unternommen hat. Damit kann Konsumenten mehr Transparenz hinsichtlich des Herkunftsortes ihrer Waren gewährleistet werden.

Auch im Gesundheitswesen wird einiges von der Blockchain-Technik erwartet. So können manipulierte Abrechnungen vermieden werden, indem die Daten jedes ausgegebenen Medikamentes hinterlegt werden. Auch Abrechnungen von ärztlichen Leistungen mittels Blockchain sind möglich. Das Potenzial der Technologie ist immens, in den kommenden Jahren wird sie immer mehr Menschen in vielen Bereichen begegnen.

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AB

Quelle: boerse.ard.de
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