Ein Arbeiter reinigt ein Exzenterrad | Bildquelle: dpa

Wachstumszahlen Deutsche Wirtschaft stagnierte Ende 2019

Stand: 14.02.2020 08:55 Uhr

Der deutschen Wirtschaft ist im letzten Quartal 2019 die Puste ausgegangen: Das Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt stagnierte. Einzig der private Konsum und der Bauboom bewahrten vor einem Minus.

Die deutsche Wirtschaft ist Ende vergangenen Jahres nicht vom Fleck gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorquartal: Das teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit.

Im Gesamtjahr legte das Bruttoinlandsprodukt - wie schon vor einem Monat angenommen - um 0,6 Prozent zu. Das war jedoch deutlich weniger als in den beiden Vorjahren. Ähnlich schwach wie 2019 war das Wachstum zuletzt 2013.

Außenhandel dämpft Entwicklung

Gedämpft wurde die Entwicklung zum Jahresende vor allem vom Außenhandel. Deutschland führte weniger Waren aus als im dritten Quartal. Die privaten und die staatlichen Konsumausgaben verloren nach einem sehr starken dritten Quartal zum Jahresende den Angaben zufolge an Dynamik.

Europas größte Volkswirtschaft war nach starken Jahren 2019 in eine Schwächephase geraten - durch internationale Handelskonflikte und Unsicherheiten bei Firmen. Das bekam vor allem die exportorientierte deutsche Industrie zu spüren. Hinzu kam der Strukturwandel in der Autoindustrie.

Bauarbeiter auf einem Gerüst | Bildquelle: dpa
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Der Bauboom in Deutschland setzte sich auch Ende 2019 fort.

Konsum soll 2020 hoch bleiben

Der private Konsum und der Bauboom bewahrten die deutsche Wirtschaft vor einem Minus. Der private Konsum steht für mehr als 52 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Konsumneigung dürfte nach derzeitiger Einschätzung der Nürnberger GfK-Experten auch 2020 hoch bleiben.

Für Unsicherheit sorgte zuletzt die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Nach Einschätzung von EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni ist es aber noch zu früh, die Gefahren der in China ausgebrochenen Epidemie für die Wirtschaft genau einzuschätzen.

Unsicherheitsfaktoren sieht er nicht nur in den Auswirkungen der neuartigen Lungenkrankheit, sondern auch im Zickzack der US-Handelspolitik und in den ungeklärten Beziehungen der EU zu Großbritannien nach Jahresende. Für Deutschland rechnet die Brüsseler Behörde in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 1,1 Prozent Wirtschaftswachstum.

Wirtschaft im Bummeltempo

Bastian Hepperle, Ökonom beim traditionsreichen Bankhaus Lampe, fasst die Lage in einem Satz zusammen: "Die deutsche Wirtschaft ist im Bummeltempo unterwegs."

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 14. Februar 2020 um 08:15 Uhr.

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