Schlagloch

Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr Rückschlag für die deutsche Wirtschaft

Stand: 01.09.2014 12:12 Uhr

Ein schwächerer Außenhandel und sinkende Investitionen haben der deutschen Wirtschaft im Frühjahr einen Dämpfer verpasst. Das Bruttoinlandsprodukt fiel zwischen April und Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit bestätigte das Amt eine erste Schätzung von Mitte August.

Die Wirtschaft schrumpfte damit erstmals seit gut einem Jahr. Grund war die Zurückhaltung der Firmen bei Investitionen. Die Unternehmen gaben 0,4 Prozent weniger aus für Maschinen und Anlagen. Auch die Bauinvestitionen sanken kräftig um 4,2 Prozent. Zudem bremste der Außenhandel, da die Exporte mit 0,9 Prozent schwächer zulegten als die Importe mit 1,6 Prozent.

Bürger konsumierten mehr

Für Impulse sorgten hingegen die Bürger, die 0,1 Prozent mehr konsumierten als zu Jahresanfang. Auch die öffentliche Hand gab 0,1 Prozent mehr aus. Für das laufende Quartal erwarten viele Ökonomen nur ein schwaches Wachstum oder sogar eine Stagnation.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) betonte jüngst sogar, man müsse die Gefahr einer Rezession ernst nehmen. Das Bundeswirtschaftministerium hingegen rechnet bis Jahresende wieder mit positiven Wachstumsraten.

Das deutsche BIP nach alter beziehungsweise neuer Berechnung.

Das deutsche BIP nach alter beziehungsweise neuer Berechnung.

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KOMMENTARE

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Nny 01.09.2014 • 16:08 Uhr

@ Economist70

Nur wer spart und investiert, damit die Produktivität steigert kann mehr Güter herstellen und mehr Güter konsumieren. Ersparnisse sind allerdings keine Voraussetzung für Investitionen. In unserem System werden Investitionen durch die Geldschöpfung "aus dem Nichts" vorfinanziert und führen durch die Produktivitätssteigerung zu einer Einkommenszunahme . Aus der Einkommenszunahme ergeben sich dann die Ersparnisse, aus denen die Kredite für die Investitionen nachträglich bezahlt werden. Die Investitionsneigung hängt von der Auslastung der Kapazitäten ab, die Auslastung wiederum von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.