Bild einer Magnetresonanz-Mammographie mit einem winzigen Tumor in der Brust einer Patientin. | Bildquelle: dpa

Brustkrebs im Frühstadium Biomarkertest soll Kassenleistung werden

Stand: 20.06.2019 16:40 Uhr

Ist eine Chemotherapie bei Brustkrebs im Frühstadium sinnvoll oder nicht? Bei einer solchen Entscheidung können Biomarkertests helfen. Künftig sollen sie als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden.

Ein Biomarkertest bei Brustkrebs im Frühstadium soll künftig Kassenleistung werden. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Es geht dabei um Patientinnen, bei denen das Rückfallrisiko nicht sicher bestimmt werden kann. Der G-BA mit Sitz in Berlin ist als höchstes Gremium im Gesundheitswesen durch den Gesetzgeber beauftragt, über Leistungsanspüche zu entscheiden.

Der Biomarkertest soll die Entscheidung für oder gegen eine zusätzliche Chemotherapie unterstützen. Das könnte jährlich schätzungsweise 20.000 Frauen betreffen. Bei Frauen mit Brustkrebs im frühen Stadium kann der Tumor durch eine Operation oft vollständig entfernt werden. Häufig folgt zusätzlich eine Strahlentherapie. Um eine neuerliche Krebserkrankung zu verhindern, kann zusätzlich eine Chemotherapie notwendig sein.

Rückfallrisiko wird individuell bestimmt

Zur Vermeidung unnötiger Chemotherapien wird das Rückfallrisiko anhand verschiedener Faktoren individuell bestimmt. Biomarkertests untersuchen, ob die Aktivität von verschiedenen Genen in den Krebszellen und damit das Risiko für ein Wiederkehren des Tumors besonders hoch ist.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 70.000 Frauen an Brustkrebs im frühen Stadium. Bei grob geschätzt etwa 20.000 dieser Patientinnen können die behandelnden Ärzte nach einer Brustkrebsoperation allein aufgrund der klinisch-pathologischen Kriterien keine eindeutige Therapieempfehlung für den zu erwartenden Nutzen einer Chemotherapie geben. In diesen Fällen könnte der Biomarkertest zum Einsatz kommen.

Mammografie Brustkrebs | Bildquelle: dpa
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Biomarkertests untersuchen, ob die Aktivität von Genen in den Krebszellen und damit das Risiko für ein Wiederkehren des Tumors besonders hoch ist.

Gesundheitsministerium prüft den Beschluss

Der G-BA-Beschluss betrifft den Biomarkertest Oncotype DX Breast Recurrence Score, der die Aktivität verschiedener Gene in Krebszellen untersucht und daraus das Risiko für eine Rückkehr des Tumors ableitet. Zusätzlich müssen Patientinnen verpflichtend Informationen erhalten, die etwa von der G-BA-Website heruntergeladen werden können.

"Der nun getroffene Beschluss umfasst den Einsatz eines Biomarkertests bei Patientinnen mit einem Tumor, der bestimmte Eigenschaften, nämlich Empfindlichkeit für Hormone wie Östrogen und Progesteron und keinen nachgewiesenen Wachstumsrezeptor aufweist", sagte Monika Lelgemann, Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung beim G-BA. "Ausreichende Erkenntnisse zur Aussagesicherheit des Tests bestehen aufgrund der Studienlage bisher für Patientinnen ohne Befall der Lymphknoten."

Der Beschluss wird nun vom Bundesgesundheitsministerium geprüft. Er tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Der Einsatz wird aber erst dann eine vertragsärztliche Leistung, wenn der Bewertungsausschuss über die Höhe der ärztlichen Vergütung entschieden hat. Diese Prozesse dürften voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 20. Juni 2019 um 14:30 Uhr.

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