Ein Schild am Eingang eines Geschäftes in Berlin weist auf die 2G-Regel hin.  | dpa

Verbandsbilanz Mäßige Geschäfte zum Adventsauftakt

Stand: 28.11.2021 15:18 Uhr

Der Einzelhandel ist schwach ins Weihnachtsgeschäft gestartet. Nur ein Fünftel der Unternehmen zeigte sich laut Handelsverband mit den Umsätzen der vergangenen Tage zufrieden. Der Verband sieht den Grund in 2G- und 3G-Regeln.

Vielerorts war der Auftakt des Adventsgeschäfts mit strikten Corona-Regeln belegt - möglicherweise hat auch das zu den teils mäßigen Umsätzen etlicher Einzelhändler beigetragen. Eine Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter seinen Mitgliedern zeigt, "dass nur 20 Prozent der 350 befragten Unternehmen mit den Umsätzen im bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden sind". Laut Mitteilung des Verbands wurden die Händler nach ihren Erfahrungen in der Woche vor dem ersten Advent befragt.

Nach Angaben des Unternehmens Hystreet waren für diesen November ungewöhnlich viele Besucher am vergangenen Freitag in den Innenstädten unterwegs, als der Handel den jährlichen Rabatt-Aktionstag "Black Friday" ausgerufen hatte. Hystreet misst mithilfe von Lasern die Passantenfrequenzen in 78 Städten. Die Daten ergaben "für die 14 größten Städte in Deutschland (über 500.000 Einwohner) eine durchschnittliche Steigerung der Passantenzahlen von 40 Prozent gegenüber dem Mittelwert der drei vorherigen Freitage im November 2021".

40 Prozent weniger Einkäufer unterwegs als 2019

Im Vergleich zum "Black Friday" 2020 verzeichnete Hystreet sieben Prozent mehr Passanten in den Einkaufsstraßen der Städte. Verglichen mit dem "Black Friday" im Vor-Corona-Jahr 2019 sei die durchschnittliche Passantenfrequenz in diesem Jahr allerdings um 40 Prozent niedriger gewesen.

Der HDE sieht in den 2G- und 3G-Regeln ein unnötiges Hemmnis für die Händler und erneuerte seine Forderung, diese Vorgaben abzuschaffen oder gar nicht erst einzuführen. Gilt die 2G-Regel, haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt, bei 3G auch Getestete. Laut HDE besteht in den Geschäften aufgrund der Hygienekonzepte und der Maskenpflicht keine erhöhte Infektionsgefahr.

Unklar, wie hoch Infektionsrisiko in Geschäften ist

Zuletzt hatten einige Bundesländer die Regeln für den Einzelhandel noch einmal verschärft. So gilt 2G im Einzelhandel in Sachsen seit knapp einer Woche, in Brandenburg seit Mitt der Woche und Berlin führte die Regel am Samstag ein. In Teilen Bayerns und Baden-Württembergs gelten beim Shoppen die 3G-Regeln.

Wie hoch das Infektionsrisiko in Geschäften ist, lässt sich allerdings nur schwer sagen, weil die Kontaktverfolgung gerade in solchen Bereichen schwierig ist. Kurz vor dem ersten Adventswochenende sprach sich der HDE erstmals ausdrücklich für eine Impfpflicht aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. November 2021 um 13:48 Uhr.