Wohnungsneubauten in Berlin | Bildquelle: picture-alliance

Statistisches Bundesamt Es wird wieder mehr gebaut

Stand: 19.06.2018 11:45 Uhr

In Deutschland werden wieder mehr Wohnungen gebaut. Vor allem Mehrfamilienhäuser werden fertiggestellt. Doch die Bundesregierung geht davon aus, dass das nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

Wegen der steigenden Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern werden in Deutschland wieder mehr Baugenehmigungen erteilt. Von Januar bis April waren es 107.300 und damit 0,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt mit. 2017 war die Zahl der Baugenehmigungen trotz des Immobilienbooms um mehr als sieben Prozent gefallen, nachdem sie acht Jahre lang noch kontinuierlich gestiegen war.

Für den jüngsten Aufwärtstrend sorgt nach Angaben der Statistiker der Bau von Mehrfamilienhäusern. Hier gab es in den ersten vier Monaten des Jahres ein Plus von fünf Prozent. Dagegen gingen die Genehmigungen für Einfamilienhäuser um 0,5 Prozent und Zweifamilienhäuser um 1,7 Prozent zurück. Die Genehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen brachen um ein Drittel ein - auch, weil weniger Flüchtlingsunterkünfte benötigt werden.

Der Bedarf ist noch höher

Die Bundesregierung geht davon aus, dass pro Jahr mindestens 350.000 neue Wohnungen gebaut werden müssen, um den Bedarf vor allem in Großstädten zu decken. Gebaut wird aber weniger: Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) rechnet damit, dass in diesem Jahr höchstens 340.000 Wohnungen fertig werden.

Gebremst wird der Neubau laut HDB durch zwei Faktoren. Zum einen gibt es Engpässe in der Bauwirtschaft wie fehlende Handwerker. Zum anderen warten Bauherren und Spekulanten ab - in der Hoffnung, dass die Grundstückspreise weiter steigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juni 2018 um 06:47 Uhr sowie im Deutschlandfunk Nova um 08:38 Uhr. Am 16. Juni 2018 berichtete Deutschlandfunk um 17:05 Uhr in der Sendung "Streitkultur".

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