Bauarbeiter stehen auf einem Baugerüst. | Bildquelle: dpa

Baubranche Preise gehen weiter in die Höhe

Stand: 05.04.2019 11:08 Uhr

Die Preise für das Bauen sind so stark angestiegen wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Die Unternehmen können sich das Plus bei den Preisen dank guter Auftragslage leisten.

Bauen wird in Deutschland immer teurer. Die Preise für den Neubau von Wohnungsgebäuden waren im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,8 Prozent angestiegen, wie das Statistische Bundesamt in seiner vierteljährlichen Erhebung angab. Ein höheres Plus hatte es zuletzt im Jahr 2007 mit 5,8 Prozent gegeben.

Auch der Bau von Bürogebäuden kostete im Februar 4,8 Prozent mehr als noch ein Jahr, für gewerbliche Betriebsgebäude musste fünf Prozent mehr gezahlt werden. Im Straßenbau stiegen die Preise für Arbeiten sogar um bis zu 7,5 Prozent an.

Maurer und Elektriker verlangen deutlich mehr

Bezogen auf die einzelnen Gewerke der Branche wurden nach dem Kostenanstieg für Aufraggeber von Erdarbeiten (+7,4 Prozent) vor allem auch die Arbeiten von Maurern mit einem Plus um sechs Prozent teurer. Im Innenausbau zogen vor allem die Elektriker die Preise an: 5,6 Prozent mehr fielen für ihre Tätigkeit an.

Die Baubranche begründete das Plus bei den Preisen mit gestiegenen Material- und Personalkosten. Zudem gebe es eine hohe Nachfrage an Bauaufträgen, auch dank verstärkter öffentlicher Förderung und niedrigen Zinsen.

Baufirmen produzieren mehr

Die gute Auftragslage kurbelte auch die Produktion in Baufirmen an, doch auch die milde Witterung in den Wintermonaten sorgte für ein Konjunkturhoch. Im Februar steigerten Baubetriebe ihre Produktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozent, obwohl Prognosen nur ein Plus von 0,5 Prozent vorhergesagt hatten. Für Januar hatten Experten sogar mit einem Minus von 0,8 Prozent gerechnet, doch die Produktion hielt sich im Jahresvergleich auf ähnlichem Niveau.

Große Nachwuchssorgen

Doch die Baubranche kämpft nach wie vor mit Personalproblemen. Vor allem der Nachwuchs an Fachkräften fehlt. Allein zum Start des Ausbildungsjahres 2018/2019 im vergangenen August blieben bundesweit rund 27.000 Lehrstellen unbesetzt. Lücken, die sich auch in teils langen Wartezeiten bei den Auftraggebern widerspiegeln. Vor allem in Großstädten herrscht oft Mangel an Handwerkern.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. April 2019 um 11:45 Uhr.

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