Bauarbeiter auf einer Baustelle | Bildquelle: dpa

Rekordneugeschäft 2017 Es boomt im Bau - Aufträge ohne Ende

Stand: 23.02.2018 11:25 Uhr

Die Bauindustrie hat im vergangenen Jahr das beste Neugeschäft seit 21 Jahren eingefahren: Ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund ist die nach wie vor große Nachfrage nach Häusern und Wohnungen.

Der Boom in der Bauindustrie hält an: Die Branche hat 2017 das beste Neugeschäft seit 21 Jahren erreicht. Mit einem Plus von 6,6 Prozent zum Vorjahr und einem Volumen von 72,3 Milliarden Euro kletterten die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe nominal auf den gleichen Wert wie 1996, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Besonders viele Aufträge im Dezember

Der Dezember brachte dabei nach Angaben der Wiesbadener Behörde noch einmal einen kräftigen Schub: Die Bestellungen in Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten lagen in dem Monat mit rund 6,6 Milliarden Euro um 24,3 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Zuletzt war vor 23 Jahren ein so hoher Auftragseingang in einem Dezember erreicht worden (1994: 6,9 Mrd Euro).

Baustelle | Bildquelle: dpa
galerie

Bestes Neugeschäft für die Bauindustrie seit über 20 Jahren.

Nachfrage nach Häusern und Wohnungen ungebrochen

Hauptgrund für den Bauboom ist die große Nachfrage nach Häusern und Wohnungen. Wegen der niedrigen Zinsen sind Kredite günstig, auch wenn die Hypothekenzinsen zuletzt wieder etwas anzogen. Zudem treiben die starke Wirtschaft und steigende Einkommen die Immobilienmärkte an.

Mehr Beschäftigte in 2017

Nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie schlägt sich die gute Baukonjunktur auch in den Beschäftigtenzahlen nieder: Demnach stockten die Betriebe 2017 den Personalbestand um vier Prozent auf 812.000 Beschäftigte auf. Damit hat die Branche in Deutschland erstmals seit 2003 wieder mehr als 800.000 Beschäftigte.

Verkehrsschilder für eine Baustelle | Bildquelle: dpa
galerie

Prall gefüllte Auftragsbücher: Die Bauindustrie plant mit zusätzlichem Personal in den nächsten Monaten.

Um die prall gefüllten Auftragsbücher zeitnah abarbeiten zu können, planen viele Betriebe in den kommenden zwölf Monaten mit zusätzlichem Personal und mehr Investitionen, erklärte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Es spreche alles dafür, dass die zu Jahresbeginn aufgestellte Umsatzprognose von vier Prozent Plus im laufenden Jahr übertroffen werde.

Das Bauhauptgewerbe umfasst auch den Bau von Straßen und Leitungen.

DIW erwartet Änderung

Allerdings könnte es möglich sein, dass sich die Entwicklung in der Bauindustrie nicht in dieser Weise fortsetzen wird: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte im Januar eine neue Prognose veröffentlicht, derzufolge das Wachstum im Wohnungsneubau 2018 und 2019 "stark an Dynamik verlieren und der Boom der vergangenen Jahre ein Ende finden" wird.

Der Studie zufolge lässt die Zinspolitik der Europäischen Zentralabank bereits jetzt die Zinsen für Baukredite steigen. Das werde den Preisanstieg auf den Immobilienmärkten der größten deutschen Städte verlangsamen. Auch die erheblich gestiegenen Grundstückpreise bremsen laut DIW vor allem den Bau von Eigenheimen.

Darstellung: