Eine Kasse mit Euro-Scheinen und Münzen in einem Einzelhandelsgeschäft

Studie Gutes, altes, schnelles Bargeld

Stand: 12.02.2019 17:06 Uhr

Wer bremst an der langen Kassenschlange? Die Kunden, die nach Münzen und Scheinen kramen - oder doch die Karten-Bezahler? Eine Studie hat die unterschiedlichen Kassierzeiten verglichen.

Ausgerechnet mit dem vermeintlich umständlichen Bargeld lässt sich vergleichsweise schnell bezahlen - zumindest laut einer Studie der Deutschen Bundesbank und des Handelsinstitutes EHI. "An der Ladenkasse ist die Barzahlung noch immer das schnellste und kostengünstigste Zahlungsmittel", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Das gelte teilweise sogar im Vergleich zum kontaktlosen Bezahlen.

Eine durchschnittliche Barzahlung an der Ladenkasse dauert gut 22 Sekunden und kostet rund 24 Cent je Transaktion, wie aus der Untersuchung hervorgeht. Zahlungen mit Schein und Münze sind damit rund sieben Sekunden schneller als mit Karte und Eingabe der PIN-Nummer. Beim Einsatz des Plastikgeldes mit Unterschrift sind es sogar 16 Sekunden.

3000 Bezahlvorgänge ausgewertet

Ausgewertet wurden mehr als 3000 Bezahlvorgänge in 15 Geschäften im Herbst und Sommer 2017. Mittlerweile kann man in Deutschland in fast allen Supermärkten auch mit dem Smartphone oder der Karte kontaktlos seine Rechnung begleichen. Dies wurde noch nicht berücksichtigt.

Allerdings gehen die Autoren in einer Simulation davon aus, dass das kontaktlose Bezahlen mit Karte bei Beträgen bis 25 Euro, für die in der Regel keine PIN eingegeben werden muss, nur 15 Sekunden dauere. Größere Summen hätten dagegen weiterhin eine Kassierzeit von knapp 30 Sekunden.

Kosten für den Handel

Anders sieht es bei den Kosten aus: Der Untersuchung zufolge liegen Barzahlungen und die Girocard (EC-Karte) bei den Kosten für den Handel nicht weit auseinander. Zahlungen bis 50 Euro sind demnach mit Schein und Münzen günstiger, weil hier die Fixkosten im Schnitt geringer sind. Bei höheren Beträgen ist die Girocard die günstigere Variante.

Am teuersten sind Kreditkarten bis etwa einem Euro je Transaktion. Zu den Kosten zählen unter anderem Gebühren für Kartenanbieter, Kosten für das eigene Personal, Geldtransport sowie Anschaffung und Wartung von Kartenterminals.

Deutsche hängen an ihren Scheinen

Die Studie dürfte viel in ihrer Einstellung bestärken: Denn nach wie vor hängen die Bundesbürger an Scheinen und Münzen. Von jährlich rund 20 Milliarden Transaktionen im Einzelhandel erfolgen die meisten mit Cash. "Drei von vier Zahlungen an der Ladenkasse werden in bar abgewickelt", sagte Beermann. Vor allem bei kleinen Beiträgen greifen die Menschen zu Scheinen und Münzen. Größere Anschaffungen, zum Beispiel das neue Sofa, werden dagegen eher mit Karte bezahlt.

Mehr als die Hälfte der Verbraucher kann sich laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gar nicht vorstellen, auf Bargeld zu verzichten. Doch der Anteil derjenigen, die mit Karten und mobil mit dem Handy bezahlen, wächst.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Januar 2019 um 13:47 Uhr.

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