Investmentbanking

Parlament beschließt strenge Regeln EU deckelt Banker-Boni

Stand: 07.07.2010 14:10 Uhr

Bonuszahlungen für Banker werden in der EU begrenzt. Das Europaparlament beschloss mit großer Mehrheit ein entsprechendes Gesetz. Danach dürfen nur noch 30 Prozent einer Sondervergütung sofort bar überwiesen werden - der Rest wird zunächst zurückgehalten oder per Aktienoptionen ausbezahlt. Im Fall von Verlusten müsste ein Bonus sogar teilweise zurückgezahlt werden.

Von Martin Bohne, MDR-Hörfunkstudio Brüssel

Überzogene Sonderzahlungen in Millionenhöhe an Bankmanager gelten als eine der Ursachen der Finanzkrise - nun will die EU dem Bonuswahnsinn im Bankenwesen ein Ende machen. Der Österreicher Othmar Karas hat für die Konservativen im Europaparlament das Gesetz mitverhandelt: "Faktum ist, dass wir bei den bisherigen Bonuszahlungen in vielen Fällen sehr kurzfristige Berechnungsgrundlagen hatten und daher das Risiko belohnt haben. Und genau das haben wir eingedämmt."

Strenge Regeln setzen neue Anreize

Die EU setzt jetzt andere Anreize: Ab 2011 wird der langfristige Geschäftserfolg Ausschlag gebend für die Belohnungen sein. Im Einzelnen sieht das so aus, erläutert Karas: "Wir wollen, dass die Boni nicht höher sein dürfen als ein Jahresgehalt. Wir wollen, dass nur ein Teil der Boni in Cash ausbezahlt werden können, nämlich 30 Prozent."

Flaggen vor dem Europaparlament
galerie

Neue Regeln für Banker-Boni beschloss das EU-Parlament in Straßburg (Archivbild).

Auch für den Rest gelten strenge Regeln. Die Auszahlungen dürfen erst nach drei bis fünf Jahren erfolgen. Oder sie müssen in der Form von Aktienoptionen oder ähnlichen Finanzprodukten geschehen, deren Wert vom Erfolg des Finanzinstituts abhängig ist. Ein Drittel des Gesamtbonus darf nur bedingt ausgezahlt werden. Das heißt, die Gelder können zurückgefordert werden, wenn eine Bank in Schwierigkeiten gerät. Damit soll vermieden werden, dass gleich wieder die Steuerzahler in die Bresche springen müssen.

Lob auch von den Grünen

Ausgeschlossen wird künftig auch, dass Topmanager mit Abfindungen und Pensionsansprüchen nach Hause gehen, auch wenn sie die Bank vorher in den Abgrund getrieben haben. Die tatsächliche Auszahlung werde abhängig gemacht von der Ertragslage der Bank, erklärt Karas, so dass kein Manager das Interesse haben könne, zu große Risiken einzugehen. "Denn wenn er das Unternehmen damit gefährdet, geht ihm ein Großteil seiner Boni verloren. Und so haben wir hier eine sehr klare Antwort auf die Fehlentwicklung bei den Boni der vergangenen Jahre gesetzt."

Lob kommt auch von den Grünen - die EU schaffe es hier einmal, mit gutem Beispiel voranzugehen. "Das ist wirklich die beste und weitreichendste Regulierung der Managergehälter, die wir weltweit haben", erklärt Sven Giegold, der Finanzmarktexperte der Partei im Europaparlament.

EU-Parlament will Bonuszahlungen für Bankenmanager beschränken
tagesschau 12:00 Uhr, 07.07.2010, Sybille Müller, ARD Straßburg

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: