Berechnungen des "Wall Street Journal" Fette Boni für Wall-Street-Banker geplant

Stand: 17.10.2009 14:26 Uhr

Der Appell des US-Präsidenten scheint ungehört zu verhallen: Die Spitzenbanken planen bereits wieder saftige Bonuszahlungen. Laut "Wall Street Journal" könnten die Boni sogar höher liegen als im Rekordjahr 2007. Die staatlich gestützen Banken bilden dabei keine Ausnahme.

Von Lena Bodewein, ARD-Hörfunkstudio New York

Zwei Börsenhändler an der New Yorker Börse
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Börsenhändler und Bank-Angestellte können sich freuen - ihre Chefs planen bereits hohe Bonuszahlungen ein.

143.400 Dollar - das ist die Durchschnittssumme, die jeder Angestellte einer amerikanischen Spitzenbank laut "Wall Street Journal" in diesem Jahr mit nach Hause nehmen kann. Insgesamt sollen die Bonuszahlungen bei den 23 wichtigsten Investmentbanken, Hedgefonds und Aktienhandelsfirmen sich auf rund 140 Milliarden Dollar summieren - zehn Milliarden Dollar mehr als im Rekordjahr 2007, wie die Zeitung auf Grundlage der im ersten Halbjahr eingereichten Wertschriften errechnet hat.

Diese Summe wäre eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber 2008. Sie zeigt, wie schnell der Bankensektor sich seit Beginn der Finanzkrise wieder erholt hat, in Zeiten, in denen die Arbeitslosenrate sich den zehn Prozent nähert. Sie zeigt auch, dass das Management der Geldhäuser die öffentliche Aufregung um Bonuszahlungen ignoriert.

Lektion ignoriert?

Noch im September hatte US-Präsident Barack Obama in einer Rede an der Wall Street vor genau diesem Verhalten gewarnt: "Wir werden nicht zu den Zeiten von Exzess und Skrupellosigkeit zurückkehren, die den Kern dieser Krise bilden." Anstatt ihre Lektion aus dem Lehman-Debakel und der Krise zu lernen, würden einige Unbelehrbare sie einfach ignorieren.

Im September appellierte Präsident Obama, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
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Präsident Obama appellierte an der Wall Street, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. (Archiv)

Boni auch bei staatlich gestützten Banken

Obama hat daher einen Bonus-Kontrolleur eingesetzt. Der sogenannte "Gehälterzar" Kenneth Feinberg will laut Medienberichten die Bonuszahlungen beim staatlich gestützten Versichungskonzern AIG kappen. Und auch Vergütungen bei anderen Unternehmen, die Staatshilfe bekommen haben, lässt er überprüfen.

Denn nicht nur erfolgreiche Großbanken wie Goldman Sachs oder JP Morgan Chase, die gerade mit einem Milliardengewinn überrascht haben, wollen Rekordgehälter zahlen. Sondern auch die Citigroup und die Bank of America gehören dazu - beide waren mit jeweils 45 Milliarden Dollar vom Staat unterstützt worden.

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