Christine Lagarde spricht auf einer Pressekonferenz am Rande der IWF-Konferenz. | Bildquelle: AFP

Finanztagung auf Bali IWF-Chefin Lagarde rüffelt Trump

Stand: 11.10.2018 16:53 Uhr

Zum Auftakt der Tagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank wird IWF-Chefin Lagarde deutlich: Das System des weltweiten Handels dürfe nicht zerstört werden, sagt sie - und meint damit vor allem einen.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank mit scharfer Kritik an US-Präsident Donald Trump eröffnet. Das System des weltweiten Handels dürfe nicht zerstört werden, sagte Lagarde im indonesischen Nusa Dua.

Dabei verteidigte sie US-Notenbankchef Jerome Powell: "Er wirkt ebenso wie die Direktoren äußerst seriös, zuverlässig und durchaus gewillt, Entscheidungen auf Basis von Fakten zu treffen", sagte sie dem US-Sender CNBC. Zuvor hatte Trump die Notenbank Federal Reserve (Fed) wegen ihrer raschen Zinserhöhungen als "verrückt" bezeichnet.

Die Regeln des Welthandels hätten allen Nationen genutzt, sagte Lagarde. "Wir hoffen, wir bewegen uns weder in die Richtung eines Handelskriegs noch in die eines Währungskriegs." Sie forderte von allen Ländern, auf eine Deeskalation hinzuarbeiten.

Schwelender Handelsstreit

Seit Monaten schwelt zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China ein Handelsstreit. Trump wirft China unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Der Volksrepublik wird zudem zur Last gelegt, ihre Währung gegenüber dem Dollar abzuwerten, was tendenziell das ohnehin schon hohe US-Handelsdefizit noch vergrößert.

Lagarde führte die Schwäche des Yuan gegenüber dem Dollar hingegen auf die Zinsanhebungen der US-Notenbank Fed zurück. Der IWF unterstütze den Kurs der Regierung in Peking, die Wechselkurse flexibler zu gestalten.

Lagarde sieht Reformbedarf

Die IWF-Chefin räumte jedoch einen Reformbedarf des Handelssystems unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) ein - wie schon tags zuvor deren Präsident Roberto Azevêdo. "Repariert es, aber zerstört es nicht," sagte sie.

Olaf Scholz | Bildquelle: REUTERS
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Finanzminister Olaf Scholz sieht den deutschen Haushalt gut aufgestellt.

Scholz: Keine neue Schulden

Optimistischer äußerte sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Der deutsche Haushalt sei für eine mögliche Eintrübung der Konjunktur und gegebenenfalls wieder steigende Zinsen auch in Europa gut aufgestellt. Der IWF hatte die Wachstumsprognose für Deutschland um 0,6 Punkte für das Jahr 2018 auf 1,9 Prozent zurückgenommen. Die Bundesrepublik stehe zum Ziel, 2019 zum sechsten Mal in Folge einen Haushalt ohne neue Schulden aufzustellen, sagte der SPD-Politiker.

Hohe Verschuldung von Schwellenländern

Scholz zeigte sich allerdings besorgt über die hohe Verschuldung vieler Schwellen- und Entwicklungsländer, die bei einem Einbruch dann womöglich nicht mit einem Konjunkturpaket reagieren können.

Die Schuldenlast der öffentlichen und privaten Haushalte ist laut IWF auf 182 Billionen Dollar angewachsen - ein Rekord. Die Summe liegt um 60 Prozent über dem Wert von 2007, also vor der letzten Finanzkrise.

Lagarde kritisiert US-Wirtschaftspolitik
tagesschau 12:00 Uhr, 11.10.2018, Sandra Ratzow, ARD Singapur, z.zt. Bali

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Oktober 2018 um 17:00 Uhr.

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Christian Feld, WDR

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