Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn steigt aus einem abgestellten Zug aus. | EPA

Ende des Streiks naht Bahn verspricht wieder Normalbetrieb

Stand: 07.09.2021 02:15 Uhr

Nach dem Ende des Streiks in der Nacht soll der Zugverkehr heute wieder weitgehend normal laufen, erklärte die Bahn. Die GDL bestätigte das - warnte aber vor weiteren Streiks. Erneute Verhandlungen sind nicht in Sicht.

Die Deutsche Bahn rechnet für heute wieder mit normalem Zugbetrieb. Am frühen Morgen um 02.00 Uhr hat die Lokführergewerkschaft GDL ihren fünftägigen Streik im Personenverkehr beendet. Bereits am Montag liefen Vorbereitungen, um den Zugverkehr wieder nach Fahrplan aufnehmen zu können, teilte das Unternehmen zuvor dazu mit. "Züge werden zu ihrem morgigen Startbahnhof überführt und Mitarbeiter machen sich auf den Weg, damit sie morgen früh am richtigen Ort ihre Züge übernehmen können", hieß es in einer Erklärung.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir das Fahrplanangebot am Dienstag nach dem Streik-Ende wieder weitgehend ohne Einschränkungen anbieten können", sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß. Gleichwohl könne nicht ausgeschlossen werden, dass es im Laufe des Tages noch Unregelmäßigkeiten geben werde. Reisende wurden daher aufgefordert, sich im Internet oder über die App DB Navigator vorab über die von ihnen gebuchte Verbindung zu informieren. Auch über die Hotline 08000-996633 seien den gesamten Dienstag über weiter Auskünfte zu erhalten.

"Nach dem Streik ist vor dem Streik"

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) bestätigte gestern, dass der bislang dritte Streik in der laufenden Tarifrunde planmäßig beendet werde. Weitere Arbeitsniederlegungen in der Zukunft seien jedoch nicht ausgeschlossen. "Nach dem Streik ist vor dem Streik", sagte GDL-Chef Claus Weselsky vor Mitgliedern am Berliner Hauptbahnhof. Das Management der Bahn habe es in der Hand, ob es einen weiteren Arbeitskampf gebe.

Weselsky forderte ein Angebot, dass es der Gewerkschaft ermöglicht, einen Tarifvertrag für sämtliche Mitglieder in den verschiedenen Betrieben der Bahn abzuschließen. Er verlangte für die Beschäftigten außerdem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von diesem Jahr an, eine Corona-Prämie sowie den Fortbestand des bisherigen Betriebsrentensystems.

Mit Blick auf die vom Streik betroffenen Bürger und Fahrgäste sagte Weselsky: "Wir bitten darum, zu akzeptieren und zu schätzen, dass hier Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorbildlich zeigen, wie man im Arbeitskampf einen Arbeitgeber in die Knie zwingt, der mit Steuergeldern Verschwendung und Eigennutz betreibt."

Fortgang ungewiss

Wie die Tarifverhandlungen nun weitergehen, ist ungewiss. Die Positionen liegen unverändert weit auseinander, die Bahn will offenbar vorerst kein neues Angebot vorlegen. Der Konzern hatte am Mittwoch kurz vor Streikbeginn versucht, mit einem neuen Angebot den Arbeitskampf noch zu verhindern. Nachdem die GDL dies abgelehnt hatte, hatte die Bahn vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt versucht, den Ausstand als unverhältnismäßig untersagen zu lassen. Damit scheiterte sie.

Bahn: Kaum jemand außer Lokführern streikt

Neben dem Zugpersonal hatte die GDL auch Angestellte aus anderen Beschäftigungsgruppen zum Streik aufgerufen - nach Aussagen der Bahn beteiligten sich jedoch nur wenige dieser Beschäftigten am Arbeitskampf. In den Bereichen Netz, Instandhaltung und an den Bahnhöfen seien "keine nennenswerten Arbeitsniederlegungen zu verzeichnen", erklärte die Deutsche Bahn.

Demnach beteiligten sich bisher knapp 7500 Lokführerinnen und Lokführer an der dritten Streikwelle, insgesamt beschäftigt die Deutsche Bahn rund 19.700. Von den rund 48.000 Mitarbeitenden der DB Netz waren seit Streikbeginn in der vergangenen Woche insgesamt 62 Stellwerker in den Streik getreten, in der Instandhaltung streikten 40 von über 24.000 Angestellten. In den Personenbahnhöfen legten laut Bahn 22 von rund 7200 Mitarbeitenden die Arbeit nieder.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. September 2021 um 16:00 Uhr und um 17.00 Uhr.