ICE der Deutschen Bahn | Bildquelle: dpa

Brandbrief vom Bahnchef "Es gibt nichts zu beschönigen"

Stand: 10.09.2018 09:26 Uhr

Weniger Gewinn als geplant und steigende Schulden: Bahnchef Lutz appelliert in einem Brief an seine Führungskäfte, den negativen Trend bei der Bahn umzukehren. Auch Verspätungen sind weiter ein Problem.

Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz hat mit seinen Vorstandskollegen einen Brandbrief an die Führungskräfte des Konzerns geschickt. Dieser befinde sich "in einer schwierigen Situation", die sich in den vergangenen Monaten nicht verbessert, sondern verschlechtert habe, heißt es in dem Schreiben. "Da gibt es leider nichts zu beschönigen."

Bahnchef Lutz schreibt Brandbrief an seine Führungskräfte
tagesthemen 22:15 Uhr, 10.09.2018, Hanno Christ, RBB

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"Keine Ressort-Egoismen mehr"

Das operative Ergebnis liege auch im Juli "deutlich unter dem Vorjahr und weit weg von unserer Zielsetzung". Das auf 2,1 Milliarden Euro reduzierte Ergebnisziel für 2018 sei in Gefahr. Unter anderem wegen Problemen in der Gütersparte und höheren Ausgaben im Kampf gegen Verspätungen. Eine weitere Gewinnwarnung will Lutz laut "Spiegel" aber unbedingt vermeiden. Es wäre die dritte in diesem Jahr. 

Lutz kündigte an, die Eisenbahn in Deutschland operativ stärker aus dem Konzernvorstand heraus zu steuern. Die einzelnen Geschäftsfelder müssten noch weitaus enger zusammenarbeiten, es dürfe keine Ressort-Egoismen mehr geben.

Immer mehr Verspätungen

Auch beim Thema Pünktlichkeit gibt es offenbar keine Fortschritte. Die Fernzüge der Deutschen Bahn haben sich im August noch häufiger verspätet als zuvor. Drei von zehn ICE und Intercitys kamen unpünktlich ans Ziel. Die Pünktlichkeitsquote lag bei 69,8 Prozent nach 72,1 Prozent im Juli und 74,7 Prozent im Juni, wie die der Konzern mitteilte.

"Wie schon im Vormonat führte die anhaltende Hitzeperiode auch im August zu mehr Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur", hieß es bei der Bahn zur Begründung der häufigeren Verspätungen. Die Bahn konzentriere ihre Anstrengungen derzeit darauf, "die in den beiden Hitzemonaten angesammelten Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur nun zügig abzuarbeiten und im September wieder pünktlicher unterwegs zu sein."

Lutz kündigte in dem Brief an die Führungskräfte an, den Verspätungen entschieden entgegenzutreten. "Das sind wir nicht nur unseren Kunden, sondern auch unseren Mitarbeitern schuldig."

Schulden könnten 20-Milliarden-Grenze erreichen

Mehrere Konzernmanager hatten der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass der Staatskonzern mit einem Ausgaben-Stopp ein weiteres Abrutschen verhindern wolle. Demnach dürfen Bestellungen ab einer bestimmten Summe nur noch mit Sondergenehmigung in Auftrag gegeben werden. Hintergrund sei, dass sich im Nahverkehr und vor allem bei der seit Jahren kriselnden Güterbahn die Lage zuspitze.

Zugleich wolle der Konzern unbedingt den Anstieg der Schulden begrenzen, der dieses Jahr die 20-Milliarden-Euro-Grenze erreichen könnte. Interne Berechnungen hätten ergeben, dass die Schulden bis 2023 ohne massives Gegensteuern auf den Rekordwert von 25 Milliarden Euro klettern würden.

"Ausdrücklich klar ist aber auch, dass an Maßnahmen für Qualität und Kundenzufriedenheit nicht gespart wird", betonte die Sprecherin des Konzerns.

Krisenkonzern Deutsche Bahn: Gewinnziel verfehlt, Schuldenberg wächst
Dieter Nürnberger, Dlf
10.09.2018 13:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. September 2018 um 09:45 Uhr.

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