Güterzüge mit Containern

Transnet warnt vor Kahlschlag Tausende Jobs im Bahn-Güterverkehr in Gefahr

Stand: 04.09.2009 14:05 Uhr

Die Deutsche Bahn plant nach Angaben der Gewerkschaft Transnet "massive Eingriffe" im Konzernbereich Güterverkehr. Dazu zähle ein möglicher Abbau von bis zu 7000 Arbeitsplätzen beim Tochterunternehmen DB Schenker Rail. Dort stehe mehr als ein Viertel der bislang 24.000 Stellen auf dem Spiel. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die Nachrichtenagentur Reuters hatten unter Berufung auf Unternehmenskreise zuvor übereinstimmend berichtet, dass bis zu 6000 Stellen im Schienengüterverkehr gestrichen werden sollten.

Bahn: "Es gibt keine Streichliste"

Die Deutsche Bahn teilte lediglich mit, dass "es keine Streichliste von tausenden Arbeitsplätzen" gebe. Betriebsbedingte Kündigungen werde es nicht geben, da bis Ende 2010 ein Beschäftigungsbündnis gelte. Vor diesem Hintergrund hatte es in Medienberichten geheißen, die betroffenen Mitarbeiter sollten in anderen Konzernbereichen untergebracht werden.

Güterwaggons und leere Gleise
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Der Einbruch im Güterverkehr hat offenbar Folgen für DB Schenker Rail.

Transnet warnte vor einem möglichen Kahlschlag im Güterverkehr. "Ein solches Vorgehen wäre eine Katastrophe für den Schienengüterverkehr in Deutschland und Europa", sagte Transnet-Vize-Chef Wolfgang Zell. Er verwies darauf, dass auch einige Rangierbahnhöfe seien gefährdet seien. Ganze Regionen in Deutschland könnten so abgekoppelt werden. Ein möglicher Abbau von bis zu 7000 Arbeitsplätzen sei nicht hinnehmbar.

Umsatzeinbruch im Güterverkehr

In Deutschland war der Güterverkehr auf der Schiene infolge der Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr so stark eingebrochen wie noch nie seit Gründung der Bundesrepublik. Zwischen Januar und Juni wurden 22,8 Prozent weniger Güter mit Zügen transportiert als ein Jahr zuvor.

In der Folge brach der Umsatz von DB Schenker Rail im ersten Halbjahr 2009 um 637 Millionen oder 26,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn rutschte zugleich in die Verlustzone. Bereits im März hatte der Konzern für Tausende Mitarbeiter des Schienengüterverkehrs Kurzarbeit angemeldet. Derzeit sind davon rund 7500 Beschäftigte betroffen.

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