Ein DB Zug im Bahnhof. | Bildquelle: dpa

Abbruch der Tarifrunde Warnstreiks bei der Bahn

Stand: 08.12.2018 13:16 Uhr

Schon Anfang nächster Woche müssen Bahnreisende "mit erheblichen Zugausfällen rechnen". Die Gewerkschaft EVG kündigte Warnstreiks an, nachdem Tarifgespräche mit der Bahn ergebnislos abgebrochen wurden.

Kunden der Deutschen Bahn müssen sich schon in Kürze auf Warnstreiks und Zugausfälle einstellen. Der Grund ist der Abbruch der Tarifgespräche für die Beschäftigten des Konzerns. Das Unternehmen sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG konnten sich in einer dreitägigen Verhandlungsrunde am Ende nicht auf die Höhe der Einkommenserhöhung verständigen.

Wie die EVG mitteilte, wurden die Gespräche ergebnislos abgebrochen. "Warnstreiks werden nun unweigerlich die Folge sein", hieß es. Reisende müssten schon zu Beginn der kommenden Woche "mit erheblichen Zugausfällen rechnen".

EVG lehnte Vertagung ab

"Der Arbeitgeber hat uns nur Angebote vorgelegt, die nicht den Forderungen unserer Mitglieder entsprachen", erklärte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. "Am Ende fehlte aus unserer Sicht ein Prozent mehr angesichts der vom Arbeitgeber angebotenen längeren Laufzeit."

Mitarbeiter der Deutschen Bahn informieren Reisende.
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Die Gewerkschaften GDL und EVG fordern 7,5 Prozent mehr Lohn. Es geht um 160.000 Beschäftigte.

EVG-Verhandlungsführerin Rusch-Ziemba
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EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba: "Am Ende fehlte ein Prozent."

Die Tarifgespräche in Hannover waren am Donnerstag in die entscheidende Runde gegangen. In zwei Hotels verhandelte die Bahn parallel mit der Lokführergewerkschaft GDL und der EVG. Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Geld und den Ausbau eines 2016 vereinbarten Wahlmodells, bei dem Beschäftigte zwischen Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und mehr Urlaub wählen können. Insgesamt geht es um 160.000 Beschäftigte.

Bahn: EVG verunsichert unnötig Kunden

Die Gespräche mit der GDL seien einvernehmlich auf Dienstag vertagt worden und finden in Eisenach statt, teilte die Bahn mit. "Wir sind auf einem guten Weg und kurz vor dem Ziel", so DB-Personalvorstand Martin Seiler.

Die Bahn forderte die EVG auf, die Gespräche wieder aufzunehmen. Die EVG habe ein "7-Prozent-Paket" abgelehnt. Das Angebot der Bahn umfasse 6,7 Prozent inklusive Wahlmodell und Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge. "Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit", erklärte Personalvorstand Seiler.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Dezember 2018 um 13:00 Uhr.

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