Bahn bestellt Züge in Tschechien Skoda statt Bombardier

Stand: 05.08.2013 16:43 Uhr

Die Deutsche Bahn bestellt erstmals Züge beim tschechischen Hersteller Skoda und will damit den Wettbewerb unter ihren Lieferanten beleben. Das Unternehmen orderte sechs Doppelstockzüge für rund 110 Millionen Euro, wie Bahn und Skoda Transportation mitteilten.

Die Regionalzüge sollen ab Dezember 2016 auf der Strecke Nürnberg-Ingolstadt-München zum Einsatz kommen. "Für die DB ist es ein wichtiges strategisches Ziel mit Blick auf den deutschen Markt, den Wettbewerb in der Branche auszuweiten und zu stärken", sagte Infrastruktur-Vorstand Volker Kefer. Im vergangenen Jahr hatte die Bahn bereits erstmals dem polnischen Produzenten Pesa einen Milliardenauftrag für Regionalzüge erteilt. Skoda Transportation hat keine Verbindung mehr zum Autohersteller Skoda, der zum Volkswagen-Konzern gehört.

Regionalzug mit 200 km/h

Skoda Transportation
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Skoda Transportation soll für die Bahn sechs Doppelstockzüge bauen.

Eine Garnitur der neuen Skoda-Züge besteht aus fünf Doppelstock-, einem Steuerwagen und einer Lokomotive, die 200 Kilometer pro Stunde schnell fahren darf. Weil auch Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ ICE die Strecke nutzen, müssen die Regionalzüge mit besonderen druckfesten Kabinen ausgerüstet sein.

In der Vergangenheit hatte die Bahn immer wieder Probleme mit Lieferanten wie dem kanadischen Bombardier-Konzern, dessen Regionalzüge nicht pünktlich oder technisch einwandfrei ausgeliefert wurden. Deshalb hat sie Bombardier bereits auf insgesamt rund 500 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Regionalzüge der Bahn kamen bislang außerdem von Stadler, Alstom und zuletzt CAF aus Spanien.

Mit Siemens streitet die Bahn über die Lieferung von Hochgeschwindigkeitszügen vom Typ Velaro, die bereits seit rund zwei Jahren überfällig sind.

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