Fahrgäste mit Koffern stehen vor einer Anzeigetafel der Bahn. | dpa

Bahnangebot zurückgewiesen GDL streikt wieder im Personenverkehr

Stand: 23.08.2021 08:26 Uhr

Bahnreisende müssen sich heute wieder auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Die GDL wies ein Gesprächsangebot der Bahn als zu unkonkret zurück. Ein Ersatzfahrplan ist laut Bahn angelaufen - jeder vierte Zug im Fernverkehr werde fahren.

Der bundesweite Lokführerstreik im Personenverkehr der Deutschen Bahn hat am frühen Morgen begonnen. "Pünktlich um zwei Uhr morgens sind wir in den Streik gegangen", sagte ein Mitarbeiter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Damit weitet die GDL ihren Streik wie geplant vom Güter- auf den Personenverkehr aus. Bis Mittwochfrüh, 2.00 Uhr, müssen sich Millionen Reisende auf massive Einschränkungen vor allem im Fernverkehr einstellen.

Ersatzfahrplan angelaufen

Die Bahn teilte mit, ihr Ersatzfahrplan sei "stabil angelaufen". Im Fernverkehr fahren demnach bundesweit etwa 25 Prozent der Züge. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr sollen rund 40 Prozent der Züge fahren - es gebe jedoch starke regionale Unterschiede, teilte die Bahn mit. Streikschwerpunkt seien die östlichen Bundesländer.

Streit über Corona-Prämie

Gewerkschaftschef Claus Weselsky lehnte es im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF erneut ab, über eine das jüngste Angebot der Bahn einer Corona-Prämie zu verhandeln. Die Offerte der Bahn sei "kein konkretes Angebot", denn es sei nicht klar, ob die Prämie "hundert oder 600 Euro" betrage, sagte er. "Man muss doch wenigstens eine Zahl nennen." Der Bahn warf Weselsky vor zu taktieren: "Die wussten vorher, dass wir Nein sagen." 

Bahn-Sprecher Achim Stauß kritisierte dagegen die Absage der GDL. "Das zeigt, der GDL geht es um einen politischen Kampf und nicht um eine Lösung am Verhandlungstisch." Die GDL-Spitze richte Schaden an, "ohne Rücksicht auf die Fahrgäste, ohne Rücksicht auf den Großteil unserer Beschäftigten und ohne Rücksicht auf das Unternehmen DB."

Corona-Prämie war Forderung der GDL

Die Deutsche Bahn hatte den Lokführern zuvor eine Corona-Prämie angeboten und im Gegenzug ein Ende der Streiks gefordert. "Wir kommen nicht mit leeren Händen an den Verhandlungstisch", sagte Personalvorstand Martin Seiler und sprach von einem starken Signal. Das Geld soll laut Bahn für 2021 ausgezahlt werden. Einen Betrag nannte Seiler nicht. "Damit kann es keinen Grund mehr geben, die Rückkehr an den Verhandlungstisch zu verweigern", fügte er hinzu.

Die Gewerkschaft hatte eine Corona-Prämie von 600 Euro verlangt. Die von der Gewerkschaft geforderten 3,2 Prozent Lohnerhöhung will die Bahn nicht sofort, sondern in zwei Schritten zahlen: 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 und 1,7 Prozent zum 1. März 2023, bei einer Laufzeit bis Ende Juni 2024.

Ferien noch in zehn Bundesländern

Nach einem ersten Streik Mitte August hatte am Samstagnachmittag der neue Ausstand der GDL-Mitglieder begonnen - zunächst mit dem Schwerpunkt Güterverkehr. Der Ausstand soll bis Mittwoch andauern. Dadurch müssen sich Millionen Fahrgäste zum Wochenbeginn wieder auf Zugausfälle und -verspätungen einstellen. Der Streik trifft auch viele Urlauber, da in zehn Bundesländern noch Sommerferien sind.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. August 2021 um 18:00 Uhr.