GDL Mitglieder vor einem Gebäude der deutschen Bahn in München. | picture alliance / ZUMAPRESS.com

Tarifstreit GDL prüft neues Angebot der Bahn

Stand: 12.09.2021 08:49 Uhr

Nach drei Ausständen der GDL versucht die Bahn, die Lokführergewerkschaft an den Verhandlungstisch zurückzubringen und unterbreitet ein neues Angebot. Die GDL will "zu gegebener Zeit" über weitere Schritte informieren.

Die Lokführergewerkschaft GDL will das neue Angebot der Deutschen Bahn nach eigenen Angaben zunächst prüfen. Man habe es erhalten, werde es bewerten und "zu gegebener Zeit" über weitere Schritte informieren, erläuterte die GDL in einer Mitteilung. Nähere Angaben machte die Gewerkschaft nicht.

Die Deutsche Bahn hatte nach eigenem Bekunden ein Angebot vorgelegt, das unter anderem eine neue "Entgeltkomponente" enthält. Über ihre Höhe oder die Modalitäten wurde nichts bekannt. Auch kommt die Bahn der GDL nach eigener Darstellung beim Streit über die Altersvorsorge entgegen. Sie sagte demnach zu, bis Ende 2020 erworbene Anwartschaften aus dem früheren Altersvorsorge-System uneingeschränkt zu erhalten.

Bahn will Anwendungsbereich der Tarifregelungen prüfen

Ein Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Frage, für wen der neue Tarifvertrag gelten soll. Die GDL will nicht nur Lokführer und Zugbegleiter vertreten, sondern auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende schließen. Die Bahn erklärte sich nun bereit, den Anwendungsbereich der GDL-Tarifregelungen zu überprüfen.

Der Personalvorstand der Bahn, Martin Seiler, forderte die Gewerkschaft auf, zu den Tarifverhandlungen zurückzukehren und rasch zu einem Ergebnis zu kommen. Die GDL hatte gedroht, von Montag an den nächsten Ausstand vorzubereiten, sollte die Bahn bis dahin kein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlegen. Sie und der Konzern haben sich trotz monatelanger Tarifauseinandersetzung nicht auf einen Abschluss verständigen können.

Die Gewerkschaft fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung bisher über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem ist sie bereit, eine Corona-Prämie zu zahlen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. September 2021 um 16:01 Uhr und 19:41 Uhr.