Anzeigetafel auf einem Bahnsteig | Bildquelle: dpa

Deutsche Bahn Warnstreiks bremsen Pendler aus

Stand: 10.12.2018 03:58 Uhr

Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn ist in Kraft - doch heute dürfte vieles nicht nach Plan laufen: Bei der Deutschen Bahn wird gestreikt. Betroffen sind Fern- und Regionalverkehr, aber auch S-Bahnen.

Bei der Deutschen Bahn müssen sich Fahrgäste am Morgen bundesweit auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) rief zu Warnstreiks zwischen 5 und 9 Uhr auf. Bundesweit sollen Fern- und Regionalzüge und S-Bahnen betroffen sein.

Zugverkehr "stark beeinträchtigt"

Der Konzern empfahl seinen Kunden, Reisen mit IC oder ICE zu verschieben. Im Fernverkehr sollen die entsprechenden Fahrkarten auch morgen ihre Gültigkeit behalten. Für bestimmte Spartickets wird laut Bahn außerdem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen sind Erstattungen von Tickets geplant.

Schwerpunkt der Warnstreiks ist nach Angaben der Bahn Nordrhein-Westfalen. Der Konzern geht aber davon aus, dass der Zugverkehr im ganzen Land "stark beeinträchtigt" sein wird. "Die Deutsche Bahn setzt alles daran, die Auswirkungen auf ihre Kunden so gering wie möglich zu halten", hieß es.

Unter anderem soll das Personal für die Fahrgastbetreuung aufgestockt werden. Die Bahn richtete auch eine Hotline für betroffene Fahrgäste unter der Nummer 08000 996633 ein. Das Unternehmen rechnet damit, dass es auch nach dem Ende des Warnstreiks noch noch mehrere Stunden lang zu Verspätungen und Ausfällen kommt.

Tarif-Streit und andere Baustellen der Deutschen Bahn
tagesthemen 22:45 Uhr, 09.12.2018, Andreas Jöhrens, RBB

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Gewerkschaft droht mit weiteren Streiks

Mit den Warnstreiks will die EVG den Druck auf die Bahn im Tarifkonflikt erhöhen. Am Samstag hatte die Gewerkschaft die Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte abgebrochen. Sie warf der Bahn vor, ihr bei der Lohnerhöhung nicht weit genug entgegengekommen zu sein. "Wir hoffen, dass der Bahnvorstand die Signale verstanden hat, sonst sind weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen", sagte EVG-Sprecher Uwe Reitz.

Die EVG will erst dann wieder verhandeln, "wenn die Bahn ein neues, verbessertes Tarifangebot" vorlegt. Der Konzern nannte den Warnstreik dagegen eine "überflüssige Eskalation" und rief die EVG auf, schon heute an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte von der Deutschen Bahn und den Gewerkschaften, Bahnreisende früher über geplante Maßnahmen zu informieren. Streikaktionen und die daraus folgenden Fahrplanänderungen müssten 48 Stunden im Voraus bekanntgemacht werden.

Wer will was im Tarifstreit?

Zwei Monate lang hatten die Bahn und die EVG über eine Tarifanpassung verhandelt. Die Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt für die Mitarbeiter und den Ausbau eines Modells, bei dem die Angestellten zwischen einer Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung oder einem Plus an Urlaubstagen wählen können. Insgesamt geht es um 160.000 Beschäftigte.

Die Bahn hatte ein Angebot vorgelegt, das eine Entgelterhöhung in Höhe von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro vorsieht. Statt der zweiten Stufe der Gehaltserhöhung könnten die Angestellten auch eine Arbeitszeitverkürzung wählen. Außerdem bot die Bahn an, ihren Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge anzuheben.

Anders als die EVG will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die ebenfalls mit der Bahn verhandelt, vorerst auf Streiks verzichten. Sollte mit der Bahn kein Kompromiss erreicht werden, ziehe die GDL Ausstände zum Jahresbeginn in Betracht. "Wenn, dann rappelt die Kiste im neuen Jahr", so GDL-Chef Claus Weselsky.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hofft auf eine schnelle Einigung in diesem Tarifstreit. Er appelliere an die Vernunft, sagte der CSU-Politiker im BR. "Die Angebote sind gemacht. Für die Fahrgäste wäre es kurz vor Weihnachten auch gut, wenn man schnell eine Einigung hätte."

Tickets für Fernzüge sind jetzt teurer

Mit dem zweiten Advent trat der neue Fahrplan der Deutschen Bahn in Kraft. Er sieht mehr Züge und zusätzliche Verbindungen vor. Allerdings steigen auch die Preise. Im Fernverkehr werden Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer. Weil es viele Sonderangebote und Rabatte gibt, steigt das Preisniveau nach Berechnungen der Bahn aber lediglich um 0,9 Prozent.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Dezember 2018 um 07:00 Uhr.

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