Ampelmännchen und Bahn-Logo

Deutsche Bahn Bundesweite Streiks zum Wochenstart

Stand: 10.12.2018 00:05 Uhr

Bei der Deutschen Bahn wird am Morgen gestreikt: Betroffen sind Fern- und Regionalverkehr, aber auch die S-Bahnen. Fernreisende und Pendler dürfte noch etwas ärgern: Sie zahlen ab jetzt mehr.

Für Bahnreisende wird es ein ungemütlicher Montagmorgen. Nachdem die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn vorerst gescheitert sind, hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zum Streik aufgerufen.

Bundesweit sollen Fern- und Regionalzüge, aber auch die S-Bahnen und der Güterverkehr betroffen sein. Der Ausstand werde um 5.00 Uhr beginnen und insgesamt vier Stunden andauern, kündigte ein Sprecher der Gewerkschaft an.

Wer will was im Tarifstreit?

Zwei Monate lang hatten die Bahn und die EVG über eine Tarifanpassung verhandelt. Die Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt für die Mitarbeiter und den Ausbau eines Modells, bei dem die Angestellten zwischen einer Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung oder einem Plus an Urlaubstagen wählen können. Insgesamt geht es um 160.000 Beschäftigte.

Die Bahn hatte ein Angebot vorgelegt, das eine Entgelterhöhung in Höhe von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro vorsieht. Statt der zweiten Stufe der Gehaltserhöhung könnten die Angestellten auch eine Arbeitszeitverkürzung wählen. Außerdem bot die Bahn an, ihren Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge anzuheben.

"Völlig überflüssige Eskalation"

"Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit", kritisierte die Bahn und verurteilte die Streiks als "völlig überflüssige Eskalation".

"Wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, wenn die Bahn deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen", entgegnete EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal. "Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert."

Anders als die EVG will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die ebenfalls in Tarifverhandlungen mit der Bahn steht, vorerst auf Streiks verzichten. Sollte mit der Bahn kein Kompromiss erreicht werden, ziehe die GDL Ausstände zum Jahresbeginn in Betracht. "Wenn, dann rappelt die Kiste im neuen Jahr", fasste es GDL-Chef Claus Weselsky zusammen.

Bundesweite Streiks bei Deutscher Bahn am Montagmorgen
tagesschau 20:00 Uhr, 09.12.2018, Andreas Jöhrens, RBB

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Tickets für Fernzüge sind jetzt teurer

Mit dem zweiten Advent trat der neue Fahrplan der Deutschen Bahn in Kraft - mit zwei einhergehenden Neuerungen: mehr Züge, aber auch mehr Kosten.

Fahrkartenautomaten der Bahn | Bildquelle: dpa
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Tickets im Fernverkehr kosten ab jetzt mehr.

Im Fernverkehr werden Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer, wie die Bahn mitteilte. Weil es viele Sonderangebote und Rabatte gibt, steigt das Preisniveau nach Berechnungen der Bahn aber lediglich um 0,9 Prozent. Wer seine Reise bis zum gestrigen Samstag gebucht hat, fährt noch zu den alten Preisen. Bahnfahrten im Regionalverkehr über Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg werden im Durchschnitt 1,5 Prozent teurer. Für die anderen gelten die Tarife der Verkehrsverbünde. In vielen von ihnen ändern sich die Fahrpreise für Busse und Bahnen zum Jahreswechsel nicht.

Auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München werden künftig fünf statt drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung unterwegs sein. Außerdem fährt dort nun auch der ICE 4, die jüngste Generation des Hochgeschwindigkeitszuges.

Auch Pendler und Vielfahrer zahlen mehr

Die Bahn reagiert nach eigenen Angaben auf die steigenden Fahrgastzahlen auch im Regionalverkehr. Die Kunden dürften in vielen Regionen mit mehr Fahrzeugen und somit mehr Sitzplätzen rechnen. In Stuttgart, Hamburg und Rhein-Main werden die S-Bahnen in dichterem Takt auf die Strecke geschickt. Bei der Berliner S-Bahn gibt es einen neuen viergleisigen Abschnitt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof. Dadurch könnten Linien verlängert, Fahrzeiten verkürzt und der Takt verkürzt werden, hieß es.

Mit den neuen Preisen werden Vielfahrer relativ stark zur Kasse gebeten: Für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 sind in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zu zahlen. Die Preise für Platzreservierungen sowie für die Rabattkarten Bahncard 25 und Bahncard 50 verändern sich nicht. Kräftig erhöht wird das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im Zug: von 12,50 Euro auf 19 Euro.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Dezember 2018 um 15:00 Uhr.

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