Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn (DB) auf einem Bahnsteig des Berliner Hauptbahnhofs.  | Bildquelle: AFP

Deutsche Bahn Zum Fahrplanwechsel drohen Streiks

Stand: 09.12.2018 10:06 Uhr

Zum zweiten Advent werden mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn die Tickets teurer. Gleichzeitig sind bundesweit Streiks angekündigt, wohl schon ab morgen. NRW könnte besonders betroffen sein.

Die Fahrgäste der Deutschen Bahn sollen mit dem Fahrplanwechsel auf wichtigen Verbindungen ein größeres Sitzangebot bekommen. Zugleich müssen sie fürs Zugfahren im ICE und IC etwas tiefer in die Tasche greifen.

Mehr Kosten, mehr Züge

Der Hochgeschwindigkeitszug ICE | Bildquelle: AFP
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Besonders für Pendler und Vielfahrer wird es teurer.

Im Fernverkehr werden Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer, wie die Bahn mitteilte. Weil es viele Sonderangebote und Rabatte gibt, steigt das Preisniveau nach Berechnungen der Bahn aber lediglich um 0,9 Prozent. Wer seine Reise bis zum gestrigen Samstag gebucht hat, fährt noch zu den alten Preisen. Bahnfahrten im Regionalverkehr über Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg werden im Durchschnitt 1,5 Prozent teurer. Für die anderen gelten die Tarife der Verkehrsverbünde. In vielen von ihnen ändern sich die Fahrpreise für Busse und Bahnen zum Jahreswechsel nicht.

Von diesem Sonntag an werden auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München künftig fünf statt drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung unterwegs sein. Außerdem fährt dort nun auch der ICE 4, die jüngste Generation des Hochgeschwindigkeitszuges.

Teuer für Pendler und Vielfahrer

Die Bahn reagiert nach eigenen Angaben auf die steigenden Fahrgastzahlen auch im Regionalverkehr. Die Kunden dürften in vielen Regionen mit mehr Fahrzeugen und somit mehr Sitzplätzen rechnen. In Stuttgart, Hamburg und Rhein-Main werden die S-Bahnen in dichterem Takt auf die Strecke geschickt. Bei der Berliner S-Bahn gibt es einen neuen viergleisigen Abschnitt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof. Dadurch könnten Linien verlängert, Fahrzeiten verkürzt und der Takt verkürzt werden, hieß es.

Mit den neuen Preisen werden Vielfahrer relativ stark zur Kasse gebeten: Für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 sind in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zu zahlen. Die Preise für Platzreservierungen sowie für die Rabattkarten Bahncard 25 und Bahncard 50 verändern sich nicht. Kräftig erhöht wird das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im Zug: von 12,50 Euro auf 19 Euro.

Möglicherweise Warnstreiks ab Montag

Bereits ab morgen müssen sich Reisende zudem auf Zugausfälle und -verspätungen einstellen. Die Bahn teilte auf ihrer Internetseite mit, dass vor allem am Morgen mit Streiks zu rechnen sei, deren Schwerpunkt sich vor allem auf Nordrhein-Westfalen konzentrieren könnte. Allerdings sei mit überregionalen Auswirkungen zu rechnen.

Gewerkschaftskreisen zufolge drohen die Streiks jedoch ein wesentlich größeres Ausmaß anzunehmen: Bundesweit sollen die Aktionen sowohl den Regional- und Fernverkehr als auch die S-Bahnen treffen. Es sollen mehrere regionale Schwerpunkte gesetzt werden.

Zwei Monate lang hatten die Bahn und die EVG über eine Tarifanpassung verhandelt. Die Gewerkschaft fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt für die Mitarbeiter und den Ausbau eines Modells, bei dem die Angestellten zwischen einer Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung oder einem Plus an Urlaubstagen wählen können. Insgesamt geht es um 160.000 Beschäftigte.

Die Bahn hatte ein Angebot von 6,7 Prozent mehr Gehalt inklusive Wahlmodell und Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge vorgelegt und die EVG aufgefordert, die Verhandlungen fortzusetzen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Dezember 2018 um 08:55 Uhr.

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