Verkehrsminister Scheuer und Bahn-Chef Lutz | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX/Shutter

Zweites Bahn-Spitzentreffen Erhöhter Redebedarf

Stand: 17.01.2019 03:52 Uhr

Bis zum Sommer soll die Deutsche Bahn nach dem Willen von Verkehrsminister Scheuer spürbar pünktlicher werden. Bahn-Chef Lutz soll ihm dazu heute ab sieben Uhr erneut Vorschläge präsentieren.

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für heute morgen Bahn-Chef Richard Lutz zu einem Spitzentreffen einbestellt. Seit sieben Uhr soll er gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern für Infrastruktur und Finanzen, Ronald Pofalla und Alexander Doll, ein Maßnahmenpaket vorlegen. Es geht dabei um die Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Service der Deutschen Bahn.

Drei ICE Fernzüge im Hauptbahnhof Leipzig | Bildquelle: dpa
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Vom selbst gesetzten Pünktlichkeitsziel im Fernverkehr ist die Bahn derzeit weit entfernt.

Scheuer fordert "ganz konkrete Maßnahmen"

Beim Treffen am Dienstag hatte Scheuer erklärt, er erwarte für heute "ganz konkrete Maßnahmen". Beim Thema Pünktlichkeit drängt er auf spürbare Verbesserungen noch im Laufe der ersten Halbjahres.

Die Bahn steht in der Kritik, unter anderem wegen mangelnder Zuverlässigkeit ihrer Züge. Bei der Pünktlichkeit liegt der Staatskonzern deutlich unterhalb der selbstgesteckten Ziele. Im Jahresdurchschnitt 2018 hatte jeder vierte Fernzug sein Ziel zu spät erreicht.

Mitarbeiter relativ zufrieden

Trotz der Fülle an Problemen sind Mitarbeiter der Deutschen Bahn durchaus zufrieden mit ihrem Arbeitgeber. Die jüngste Befragung der eigenen Beschäftigten von Herbst 2018 habe aber auch Kritik an den Abläufen im Konzern sichtbar gemacht, teilte das Unternehmen mit.

Auf einer Skala von 1 bis 5 - mit 5 als bestem Wert - liege die Zufriedenheit der Mitarbeiter wie 2016 im Durchschnitt bei 3,7 Punkten. Damit liege man "knapp im guten Bereich", hieß es bei der Bahn. Faktoren wie Loyalität, Einbindung und Fehlerkultur hätten sich im Vergleich zu 2016 verbessert.

Die Mehrheit der Mitarbeiter sei der Ansicht, dass die internen Arbeitsabläufe und die übergreifende Zusammenarbeit besser organisiert werden müssten. Sie wünschten sich außerdem von der Führung, die Strategie des Konzerns zu schärfen. Rund 200.000 von gut 330.000 Bahn-Mitarbeiter im In- und Ausland beteiligten sich an der vierten konzernweiten Mitarbeiterbefragung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Januar 2019 um 04:55 Uhr.

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