Züge der Deutschen Bahn

Jahresbilanz der Deutschen Bahn Weniger Gewinn, mehr Fahrgäste

Stand: 19.03.2015 13:53 Uhr

Die Deutsche Bahn hat 2014 mehr als zwei Milliarden Fahrgäste transportiert - und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Wirtschaftlich musste Bahnchef Grube eine eher durchwachsene Bilanz ziehen. Im Vergleich zu 2013 sank der Konzerngewinn.

Im Geschäftsjahr 2014 hat die Deutsche Bahn ihren Umsatz trotz Streiks, Fernbuskonkurrenz und Sturmtief Ela um 1,5 Prozent steigern können - auf 39,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig lag aber das operative Ergebnis laut Bahnchef Rüdiger Grube vor Steuern und Zinsen bei 2,1 Milliarden Euro und damit um 5,7 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Gute Nachrichten gab es bei den Fahrgastzahlen. "Trotz 65 Stunden Streik waren 2014 rund 14 Millionen Fahrgäste mehr in unseren Zügen unterwegs, das ist ein neuer Fahrgastrekord", sagte Grube. Insgesamt beförderte das Unternehmen damit 2,03 Milliarden Fahrgäste. Im Fernverkehr ging die Zahl der Fahrgäste allerdings im Vergleich zu 2013 um 1,5 Prozent auf 129 Millionen zurück.

Bahnchef Grube

Spricht vom größten Umbruch seit der Bahnreform - Konzernchef Grube.

Grube ist nicht zufrieden

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung sei das Unternehmen nicht zufrieden, betonte Grube mit Verweis auf die Streiks und das verheerende Unwetter Ela im Frühsommer. Auch die Konkurrenz durch die Fernbusse machte dem Unternehmen demnach zu schaffen.

Die Erwartungen an das Verkehrsmittel Bahn seien zudem anders als noch vor fünf oder zehn Jahren; das Unternehmen widme sich aber dem digitalen Wandel in allen Geschäftsbereichen, betonte der Konzernchef. Es handele sich um den größten Umbruch seit der Bahnreform im Jahr 1994.

Er lege den Schwerpunkt auf ein organisches Wachstum des Unternehmens, sagte Grube. Hier solle bis 2020 ein Umsatz von über 50 Milliarden Euro erreicht werden. "Zukäufe und Beteiligungen werden wir dann vornehmen, wenn sich neue Spielräume ergeben beziehungsweise wir uns neue Spielräume erarbeitet haben", sagte er. Geld dafür könne sich die Bahn unter anderem durch Sparprogramme erarbeiten. Allein die Konzernleitung solle in den kommenden fünf Jahren 600 Millionen Euro sparen.

Privatisierung kein Thema

Eine Teilprivatisierung der Bahn steht laut Grube momentan nicht zur Debatte. Dies gelte auch für eine Privatisierung des gesamten Unternehmens, sagte der Bahnchef. Die Bahn ist zwar eine Aktiengesellschaft, aber vollständig im Besitz des Bundes, der jahrelang einen Börsengang vorangetrieben hatte.