Ein Mitarbeiter geht mit einem Mund- und Nasenschutz an Fahrzeugen in der Produktion vorbei. | dpa

Trotz neuer Grenzkontrollen Autobauer können weiter produzieren

Stand: 15.02.2021 12:47 Uhr

Warnungen des Branchenverbands vor stillstehenden Bändern wegen der verschärften Grenzkontrollen haben sich bislang nicht bewahrheitet. Die Teilelager der Autohersteller sind offenbar noch ausreichend gefüllt.

Die deutsche Autoindustrie kann offenbar trotz der schärferen Grenzkontrollen bislang weiter produzieren. Mehrere Hersteller relativierten am Montag Befürchtungen, wonach die unmittelbare Gefahr eines Stillstand drohen könnte.

Laut Audi-Sprecher Joachim Cordshagen läuft die Produktion in den deutschen Werken der Volkswagen-Marke "ganz normal". Man stehe in engem Kontakt zu Spediteuren und Zulieferern. Derzeit sei auch für die nächsten Tage kein Produktionsstopp absehbar.

"Wir fahren auf Sicht"

Auch die Audi-Konzernmutter Volkswagen zeigte sich zuversichtlich: "Wir sehen zum jetzigen Zeitpunkt keine Probleme und fahren auf Sicht." Es seien noch genug Teile auf Lager, so dass es auch in den kommenden Tagen keine Probleme gebe, so Carsten Krebs von der Volkswagen Sachsen GmbH.

Bei BMW sieht man derzeit ebenfalls keine Engpässe bei Zulieferteilen. Die Produktion laufe planmäßig, sagte Sprecherin Martina Hatzel. Allerdings verweist das Unternehmen auf die Erfordernisse einer sogenannten "Just in Sequence"-Belieferung bei BMW. Dabei müssen die Zulieferteile nicht nur richtigen Zeitpunkt, sondern auch in der richtigen Reihenfolge angeliefert werden. Das sei sehr wichtig, da BMW sehr individuelle Fahrzeuge in zahlreichen Varianten produziere. Man hoffe auf eine pragmatische Umsetzung der neuen Einreiseregeln durch die Behörden.

Komplett Entwarnung wollen Audi, BMW und Volkswagen aber noch nicht geben. Denn unklar bleibt, für wie viele Tage die Lagerbestände ausreichen, um die Produktion aufrecht zu erhalten. Dazu sollten sich die Unternehmen nicht äußern.

Am Wochenende hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) vor erheblichen Lieferproblemen bis hin zu Werksschließungen bereits an diesem Montag durch die seit Sonntag geltenden Kontrollen und eine Corona-Testpflicht inbesondere an der Grenze zu Tschechien gewarnt. "Die Werke in Ingolstadt, Regensburg, Dingolfing, Zwickau und Leipzig sind als erste betroffen", hatte der Branchenverband mitgeteilt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Februar 2021 um 14:34 Uhr.