Ein Arbeiter baut ein Getriebe für einen Omnibus zusammen.

Stahlpreis-Absprache Millionenbußen gegen Autohersteller

Stand: 21.11.2019 13:45 Uhr

Jahrelang haben sich Volkswagen, Daimler und BMW beim Stahleinkauf abgesprochen, jetzt hat das Bundeskartellamt eine Strafe von rund 100 Millionen Euro verhängt. Laut der Behörde gaben die Hersteller die Absprache zu.

Das Bundeskartellamt hat wegen Preisabsprachen beim Stahleinkauf insgesamt rund 100 Millionen Euro Bußgelder gegen Volkswagen, Daimler und BMW verhängt. Die Unternehmen hätten sich von 2004 bis 2013 beim Einkauf von Langstahl abgesprochen, teilte das Bundeskartellamt mit. Gegen drei Zulieferer und einen Verband wurden die Ermittlungen aus Ermessensgründen eingestellt.

Mit Langstahl werden in der Industrie runde Stahlstäbe bezeichnet, die nach dem Schmieden unter anderem zum Bau von Getriebeteilen, Kurbelwellen oder Pleuelstangen verwendet werden.

Unternehmen haben kooperiert

Die drei Unternehmen haben die Absprache laut dem Bundeskartellamt zugegeben und einer "einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens" zugestimmt. Dies wurde laut der Behörde bei der Bußgeldfestsetzung ebenso berücksichtigt, wie die Tatsache, dass sie während des Verfahrens mit dem Bundeskartellamt kooperiert haben.

Das Verfahren lief seit dreieinhalb Jahren und war eine Folge vorangegangener Ermittlungen gegen mehrere Stahlproduzenten, denen die Bonner Wettbewerbshüter bereits im vergangenen Jahr 205 Millionen Euro Buße auferlegt hatte.

Der Preis von Langstahl setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen: Basispreis, Legierungszuschlag und Schrottzuschlag.

Absprachen bei Zuschlägen

Stahl enthält je nach Güteklasse unterschiedlich hohe Anteile von Chrom, Nickel und anderen Metallen, dafür wird der Legierungszuschlag bezahlt. Der Schrottzuschlag wird für den Anteil von Altmetall fällig, der bei der Herstellung verwendet wurde. Abgesprochen wurden einheitliche Berechnungsformeln für diese Zuschläge, nicht der Basispreis.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. November 2019 um 12:15 Uhr.

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