Ein Azubi mit Schweißermaske arbeitet mit einem Schweißbrenner an einer Stahlwand. | Bildquelle: dpa

Wahl der Ausbildung Alte Rollenbilder in jungen Köpfen

Stand: 13.08.2019 10:34 Uhr

Es gibt sie immer noch: die Klischees, dass einige Berufe mehr zu Jungs oder zu Mädchen passen - und sie prägen nach wie vor die Wahl der Ausbildung. Doch zumindest teilweise schwindet das klassische Rollendenken.

Bei der Wahl ihres Ausbildungsberufs bleiben Jugendliche zum großen Teil den typischen Rollenbildern treu. Das ergab eine Studie der Industrie- und Handelskammer (DIHK). Dabei wurden die zehn bei Jungen beliebtesten Ausbildungswege auf die Nachfrage bei Mädchen untersucht und umgekehrt ebenso die bei Mädchen am gefragtesten Berufe auf männliche Bewerber.

Viele Ausbildungswege unbekannt

Das Ergebnis: Die klassischen "Jungs- und Mädchenberufe" gibt es immer noch. Jungen und Mädchen folgten zu oft Klischees und schränkten so ihre Berufswahl ein, sagte Achim Dercks, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der DIHK, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das größte Problem aus seiner Sicht ist, dass viele Jugendliche nur die Top Ten unter den möglichen Ausbildungsberufen kennen würden, obwohl es doch Hunderte verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten gebe.

Doch zumindest ein kleiner Wandel sei langsam erkennbar, sagte Dercks weiter. In einigen der bei Jungen und Mädchen beliebtesten Berufe stieg zwischen 2016 und 2018 auch die Nachfrage beim jeweils anderen Geschlecht.

Fachinformatiker und Friseur punkten mehr

Ein Beispiel: die Ausbildung als Fachinformatiker - bei Jungen der drittbeliebteste Ausbildungsweg. 2016 belegte der Beruf auf der Beliebtheitsskala der Mädchen nur Platz 41, rund zwei Jahre später schaffte es der Job dank größerer Nachfrage immerhin auf Platz 33. Auch für die Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatronikerin interessierten sich im vergangenen Jahr deutlich mehr Mädchen als noch 2016: Der Ausbildungsweg kletterte im Ranking von Platz 43 auf Platz 36.

Bei den Jungen konnten vor allem die Ausbildungsmöglichkeiten als Zahnmedizinischer Fachangestellter und als Friseur mehr Bewerber finden. Ersterer Berufsweg lag 2016 nur auf Platz 131 der bei Jungen beliebten Ausbildungen. Gegen Ende des von der Studie untersuchten Zeitraums kam er auf Rang 113. Und die Ausbildung als Friseur machte sechs Plätze gut - von Platz 41 auf Platz 35.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2019 um 17:00 Uhr.

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