Ein Arbeiter mit Mundschutz bei einem Logistikdienstleiter in Großbeeren (Brandenburg) | Bildquelle: dpa

Aussichten für 2021 Welche Branchen hoffen können

Stand: 04.01.2021 10:44 Uhr

Sollten die Corona-Einschränkungen im Frühjahr dauerhaft gelockert werden, stehen einige Branchen vor einem steilen Aufschwung. Allerdings würden die Wirtschaftszweige einer Studie zufolge sehr unterschiedlich stark profitieren.

Das stärkste Wachstum werden im neuen Jahr wohl die Branchen verzeichnen, die besonders hart von der Corona-Krise getroffen wurden: So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie des Prognos-Instituts. Nicht alle Wirtschaftszweige werden in gleichem Maße vom erwarteten Aufschwung profitieren. "Die Spanne zwischen der schwächsten und der stärksten Branchenentwicklung fällt größer aus als je zuvor", so Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer.

Während beispielsweise das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Kultur- und Kreativwirtschaft, Verkehr und Logistik sowie die Autoindustrie vor soliden Zuwachsraten stehen dürften, sieht es in den Bereichen Baugewerbe, Pharmazie oder der Mineralölverarbeitung weniger gut aus.

Auf das Frühjahr kommt es an  

Das Gastgewerbe, das besonders unter den zeitweisen Schließungen während der Pandemie litt, könnte der Studie zufolge seine Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 28 Prozent steigern. Auch die Kultur- und Kreativwirtschaft, die 2020 ebenfalls hart von den Beschränkungen getroffen wurde, könnte laut Prognos deutlich zweistellige Zuwachsraten verzeichnen.

Voraussetzung ist den Experten zufolge aber, dass die Einschränkungen spätestens im Frühjahr spürbar und dauerhaft gelockert werden und die Branchen von einer Pleitewelle verschont bleiben.

Prognos-Branchenprognose 2021
galerie

Die Wachstumsraten, die das Prognos-Institut im neuen Jahr für die verschiedenen Branchen erwartet.

Die Autoindustrie dürfte demnach ebenfalls besonders stark von der wieder anziehenden Weltkonjunktur profitieren. Die Prognos-Fachleute erwarten Wachstumsraten von rund 15 Prozent. Damit würde allerdings nur weniger als die Hälfte des Einbruchs aus dem Krisenjahr 2020 wettgemacht werden.

Ein kräftiges Plus für den Luftverkehr

Solides Wachstum erwartet Prognos auch für Verkehr und Logistik. Dem von Reisebeschränkungen hart getroffenen Luftverkehr wird ein kräftiges Plus von rund zehn Prozent vorhergesagt. Damit werde jedoch ebenfalls nur ein Teil des historischen Einbruchs aus dem Krisenjahr aufgeholt.

Weitere Industriebranchen wie dem Maschinenbau, der Textilindustrie oder der Metallindustrie sagt Prognos außergewöhnliche kräftige Zuwachsraten von vier bis sieben Prozent voraus. Die anziehende Nachfrage aus dem Ausland komme exportorientierten Wirtschaftszweigen zu Gute. Zugleich werde in Deutschland die Nachfrage nach Investitionsgütern aus diesen Branchen wieder steigen, lautet die Prognose.

Zwei Drittel der Verluste wettgemacht?  

In den Bereichen Chemie und Pharma sowie bei einem Großteil der Dienstleistungsbranchen erwarten die Prognos-Fachleute Wachstumsraten in "normalen" Größenordnungen von ein bis drei Prozent. Der Dienstleistungsbereich Information und Kommunikation profitiere vom Digitalisierungs-Trend.

Insgesamt rechnet Prognos in Deutschland ab Frühjahr mit einem dynamischen Konjunkturaufschwung und im Gesamtjahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 3,9 Prozent. Das Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen erwartet, dass etwa zwei Drittel der gesamtwirtschaftlichen Verluste der Krise wettgemacht werden können.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Januar 2021 um 10:20 Uhr.

Darstellung: