Audi A4 Produktion in Ingolstadt | Bildquelle: LUKAS BARTH/EPA-EFE/REX

Vereinbarung mit Betriebsrat Audi streicht Tausende Stellen in Deutschland

Stand: 26.11.2019 14:29 Uhr

Bei Audi fällt im Zuge des Sparprogramms in Deutschland jede sechste Stelle weg. Bis 2025 sollen 9500 der 61.000 Arbeitsplätze hierzulande abgebaut werden. Im Gegenzug sollen bis zu 2000 Spezialisten für E-Mobilität eingestellt werden.

Seit Längerem verhandelt die Unternehmensführung von Audi schon mit der Belegschaft über einen "Zukunftspakt", der auch einen Stellenabbau in den deutschen Werken vorsieht. Nun gibt es eine Einigung.

Bis 2025 baut die VW-Tochter 9500 Stellen ab, dafür sollen im Gegenzug 2000 Jobs in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung neu entstehen. Der Stellenabbau solle sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen, hieß es. Die Beschäftigungsgarantie für die verbleibenden Audi-Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm wird von 2025 bis 2029 verlängert. Zuvor war ein wesentlicher Stellenabbau auch in diesen Werken im Gespräch gewesen.

Personalabbau bei Audi
tagesthemen 22:15 Uhr, 26.11.2019, Antonia Böhm, BR

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Vorstand und Betriebsrat zufrieden

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch lobte die Vereinbarung als wichtigen Meilenstein und betonte: "Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind sicher!" Der scheidende Vorstandsvorsitzende Bram Schot erklärte: "In Zeiten des Umbruchs stellen wir Audi agiler und effizienter auf. Damit erhöhen wir die Produktivität und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer deutschen Standorte langfristig."

Werke schlecht ausgelastet

Anfang November hatte ein Audi-Sprecher dazu gesagt: "Es geht unter anderem darum, die Kapazitäten so auszurichten, dass die Werke insgesamt profitabel und wirtschaftlich flexibel arbeiten." Für die rund 61.000 Audi-Mitarbeiter in den beiden deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm galt bisher eine Beschäftigungsgarantie bis 2025.

In Neckarsulm werden aktuell vor allem die Audi-Modelle A4 bis A8 und R8 gebaut. Wegen der Krise um Verbrennungsmotoren leidet das Werk aber seit Langem unter einer Unterauslastung. Dieses Jahr werde das dritte in Folge mit weniger als 200.000 Autos gebauten Autos sein, sagte der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz kürzlich. Die Kapazität beträgt jährlich 300.000. Sie soll nach unten angepasst werden und künftig nur noch bei 225.000 liegen.

Das Werk in Ingolstadt ist auf mehr 500.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt, produziert aber deutlich weniger. Deshalb soll die Kapazität künftig auf 450.000 Stück reduziert werden.

Audi verkauft immer weniger Autos

Verringern sich die Stückzahlen, steigen in der Regel die Produktionskosten. Audi ist seit der Aufdeckung des Dieselskandals 2015 auf Talfahrt und deutlich hinter die Konkurrenten Daimler und BMW zurückgefallen. Der Skandal kostete Milliarden. Sechs Entwicklungschefs hatte Audi in den vergangenen sieben Jahren, die Autos verkaufen sich immer schlechter. Der künftige Audi-Chef Markus Duesmann soll den Autobauer wieder profitabler machen, enger mit Porsche und VW zusammenarbeiten und bis 2025 auch 30 E-Modelle auf den Markt bringen.

Audis Konzernmutter Volkswagen hat einen ähnlichen Umbruch bereits vollzogen. Dort beschlossen Vorstand und Betriebsrat im Herbst 2016, über die kommenden Jahre bis zu 30.000 Stellen wegfallen sollen, davon 23.000 in Deutschland und viele in der Verwaltung. Zugleich sollen Tausende neuer Jobs in Zukunftsbereichen wie Vernetzung und mobilen Dienstleistungen entstehen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. November 2019 um 14:00 Uhr und 15:00 Uhr.

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