Logo des Autoherstellers Audi | Bildquelle: dpa

Abgas-Manipulationsskandal Durchsuchungen bei Audi-Mitarbeitern

Stand: 31.01.2018 14:13 Uhr

Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen wegen Betrugsverdachts aus: In drei Bundesländern wurden Wohnungen früherer Audi-Mitarbeiter durchsucht. Diese sollen in die Abgasaffäre verwickelt sein.

Von Peter Hornung, NDR

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" ihre Ermittlungen wegen Betrugsverdachts bei Audi ausgeweitet. In diesem Zusammenhang wurden in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Wohnungen von sechs jetzigen oder früheren Audi-Beschäftigen durchsucht. Das teilte die Münchner Staatsanwaltschaft auf Anfrage von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" mit.

Suche nach neuem Beweismaterial

Bei den Durchsuchungen von Privatwohnungen waren 38 Beamte der Staatsanwaltschaft München II sowie der Landeskriminalämter Bayern und Baden-Württemberg im Einsatz. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, am Dieselbetrug beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittler sind in diesem Zusammenhang auf der Suche nach neuem Beweismaterial.

Ursprünglich ging es um 80.000 in den USA verkaufte Autos, in denen illegale Software installiert worden war, die die Abgaswerte bei Fahrzeugtests reduzierte. Später stellte das Flensburger Kraftfahrtbundesamt jedoch auch bei Fahrzeugtypen sogenannte Abschalteinrichtungen fest, die auch in Europa auf dem Markt waren. Dadurch stieg die Zahl der betroffenen Autos auf 253.000.

Motorenentwickler Wolfgang Hatz
galerie

Der frühere Audi-Motorenentwickler Wolfgang Hatz bestreitet die Vorwürfe.

Was wusste der Audi-Vorstand?

In dem Verfahren gibt es bereits 13 Beschuldigte, zu Anfang waren es nur vier. Bei den Ermittlungen geht es auch um die Frage, wie weit der Audi-Vorstand in die Affäre verstrickt ist. Die bislang Verdächtigen sind zumeist heutige oder frühere Beschäftigte aus der Motorentechnik oder dem mittleren Management.

Lediglich einer, nämlich Ex-Entwicklungschef Wolfgang Hatz, stammt aus dem oberen Management und war in unmittelbarer Nähe zum Vorstand des Ingolstädter Unternehmens. Hatz sitzt derzeit in München in Untersuchungshaft. Er bestreitet Vorwürfe, wonach er am Dieselbetrug beteiligt gewesen sei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Januar 2018 um 15:00 Uhr.

Darstellung: