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Folgen der Dieselaffäre Audi zahlt 800 Millionen Euro Bußgeld

Stand: 16.10.2018 11:57 Uhr

Die Dieselaffäre wird für die VW-Tochter Audi teuer: 800 Millionen Euro Bußgeld will der Konzern zahlen, im Gegenzug stellt die Staatsanwaltschaft München ihr Ordnungswidrigkeitsverfahren ein - ermittelt wird aber weiter.

Die VW-Tochter Audi will unter die Dieselaffäre einen Schlussstrich ziehen - und muss sich das einiges kosten lassen. 800 Millionen Euro will der Autobauer an Strafe zahlen, heißt es in einer auf der Internetseite von VW veröffentlichten Mitteilung.

Verfahren gegen Beschuldigte geht weiter

Die Summe begründet sich auf der Manipulation von Fahrzeugen mit V6- und V8-Dieselaggregaten. Audi akzeptiere den Bußgeldbescheid der Staatsanwaltschaft München II und stehe damit zu seiner Verantwortung, hieß es in dem VW-Statement weiter.

Dafür stellt die Staatsanwaltschaft München ihr Verfahren gegen den Konzern ein - allerdings nur wegen eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens. Die Ermittlungen gegen die Beschuldigten des Dieselskandals laufen demnach weiter.

Erst im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld über eine Milliarde Euro gegen VW verhängt, das der Konzern ebenfalls annahm.

VW kündigte bereits finanzielle Folgen durch das erneute Bußgeld an: Die Tochter Audi werde seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr absenken müssen, kündigte VW an. In welcher Höhe die Gewinne sinken könnten, ließ der Autobauer aber offen. Auch die Porsche-Holding als Volkswagen-Mehrheitseignerin geht infolge der Strafe von einem geringeren Konzernergebnis aus und bezifferte das zu erwartende Minus mit bis zu 3,5 Milliarden Euro.

Millionen betroffene Autos weltweit

Angefangen hatte alles in den USA: Die dortigen Behörden hatten die Manipulationen der Abgaswerte zum ersten Mal festgestellt und Verfahren gegen VW und seine Konzerntöchter ins Rollen gebracht. Es drehte sich um mehr als 80.000 Wagen mit Audi-Motor und illegaler Software, die auf dem US-Markt verkauft worden sein sollen. Den Rechtsstreit konnten VW und Audi durch Strafzahlungen in Milliardenhöhe beenden.

Doch schnell weitete sich der Skandal um die Diesel-Autos aus: Aus Zehntausenden in den USA wurden weltweit 2,1 Millionen betroffene Audi-Wagen, mehr als 550.000 in Deutschland. Es folgten Razzien, Rückruf-Aktionen für Hunderttausende Fahrzeuge, und schließlich geriet die Führungsriege des Unternehmens ins Visier der Ermittler. 2017 eröffnete die Staatsanwaltschaft schließlich das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt - wegen des Verdachts auf Betrug und strafbarer Werbung.

Einer der Beschuldigten: Ex-Audi-Chef Rupert Stadler. Er sitzt seit Juni dieses Jahres in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bereits seit 2015 von den Manipulationen gewusst und Zeugen beeinflusst zu haben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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