Audi in Ingolstadt | Bildquelle: picture alliance / dpa

Verdacht auf Manipulation Prüfer nehmen Audi-Modelle ins Visier

Stand: 06.06.2018 14:49 Uhr

Der Skandal um manipulierte Diesel-Pkw nimmt kein Ende. Nun ist auch Audi mit den Modellen A6 und A7 ins Visier des Kraftfahrt-Bundesamtes gerückt. Der Autobauer stoppte die Auslieferung der betroffenen Modelle.

Im Diesel-Abgasskandal prüft das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Vorwürfe gegen die VW-Tochter Audi. Wegen des Verdachts auf eine unzulässige Abschalteinrichtung bei Audis V6-TDI-Fahrzeugen der Modelle A6 und A7 hat die Behörde eine amtliche Anhörung eingeleitet. Das bestätigten KBA und Bundesverkehrsministerium. In Deutschland sind demnach rund 33.000 und weltweit insgesamt rund 60.000 zugelassene Fahrzeuge betroffen. Laut "Spiegel" geht es um Motoren des Typs V6 TDI Gen2 Evo in der Version mit 200 kW.

Der Autobauer stoppte nach eigenen Angaben die Auslieferung von A6- und A7-Modellen. Vorstandschef Rupert Stadler sagte, sein Unternehmen untersuche systematisch alle Motoren. Nach "Spiegel"-Informationen wurde sogar die Produktion der Wagen eingestellt. Der Autobauer hat nun in der Anhörung Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzulegen. Bestätigt es sich, dass die Fahrzeuge eine unzulässige Abschalteinrichtung haben, drohen verpflichtende Rückrufe, wie dies bereits bei Millionen von VW-Dieselautos der Fall war.

Giftige Gase

Der "Spiegel" bezieht sich in seinem Bericht auf Audi-A6-Fahrzeuge mit der neueren Schadstoffklasse Euro 6. Diese Autos seien mit einem sogenannten SCR-Katalysator zur Reinigung der Stickoxide ausgestattet. Dieser benötigt für eine reibungslose Funktion Harnstoff, sogenannten AdBlue, der in einem zusätzlichen Tank untergebracht ist. Der Harnstoff wird in den Abgasstrom eingespritzt und sorgt dafür, dass die Stickoxide in harmlosen Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt werden.

Damit der Kunde nicht selbst Harnstoff nachfüllen muss, sondern erst die Werkstatt beim nächsten Service, habe Audi die Einspritzung der Reinigungsflüssigkeit - offenbar 2400 Kilometer bevor sie zuneige geht - stark gedrosselt. In der Zeit, da die Zufuhr von Harnstoff gedrosselt sei, funktioniere der SCR-Katalysator zur Reinigung von Stickoxiden im Abgas nicht oder nur extrem eingeschränkt. Das giftige Gas entweicht damit laut Bericht in hohen Konzentrationen aus dem Auspuff.

Diesel-Image beschädigt

Das Image des Diesel ist bereits schwer beschädigt. Gründe sind der Abgasskandal, bei denen unzulässige Abschalteinrichtungen eine Hauptrolle spielen, sowie drohende Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte überschritten. Dabei geht es um den Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxide. Diesel sind ein Hauptverursacher. Die Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen sind seit Monaten auf Talfahrt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 08. Mai 2018 um 14:00 Uhr.

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