Arcandor

Nach Piepenburg-Rücktritt "Plan B" - Wird Arcandor zerschlagen?

Stand: 18.07.2009 12:33 Uhr

Beim insolventen Handels- und Touristikkonzern Arcandor sind nach dem Ausstieg des Sanierungsspezialisten Horst Piepenburg einem Medienbericht zufolge die Chancen auf einen Erhalt des Unternehmens gesunken. Grund seien die schlecht laufenden Geschäfte, berichtet "Der Spiegel". Bei der Versandsparte Primondo ("Quelle") waren die Umsätze um bis zu 50 Prozent eingebrochen. Laut "Spiegel" erwirtschaftete auch die Kaufhaussparte Karstadt im Juni acht Prozent weniger als im Vorjahr. Dies beruhe laut Karstadt-Angaben "vor allem auf Lücken im Warenbestand". Laut "Spiegel", der einen "Vertrauten" Piepenburgs zitiert, war diese Entwicklung Grund für Piepenburgs Rücktritt. Offiziell hatte Piepenburg seinen Rücktritt als Arcandor-Generalbevollmächtigter mit der fehlenden finanziellen Unterstützung des Großaktionärs Sal. Oppenheim begründet.

Eine Verkehrsampel auf Rot. Im Hintergrund das Logo des Karstadt-Konzerns.
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Auch bei der Arcandor-Tochter Karstadt gehen laut "Spiegel" die Umsätze zurück.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass inzwischen auch Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick eine Zerschlagung für möglich hält. Als "Plan B" habe er Investmentbanken beauftragt, Möglichkeiten für einen Teilverkauf von Karstadt und Primondo auszuloten. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten die Investmentbanken HSBC und Nomura.

Auch Arbeitnehmer engagieren Berater

Derweil holen sich auch die Arbeitnehmer einen Insolvenzfachmann als Berater. Eine entsprechende Entscheidung sei bereits vor dem Rückzug Piepenburgs gefallen, berichtet das Magazin "Focus". Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt sagte, dieser Schritt wende sich "nicht gegen den vorläufigen Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und sein Team". Vielmehr nutze man in der schwierigen Lage nur die gesetzlichen Möglichkeiten aus.

Sal. Oppenheim weist Vorwürfe zurück

Horst Piepenburg
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Warf bei Arcandor das Handtuch: Sanierungsspezialist Piepenburg

Piepenburg hatte sein Amt mit Verweis auf fehlende Unterstützung des Großaktionärs Sal. Oppenheim abgegeben. Die Bank wies den Vorwurf zurück. Die Gesellschafter des Bankhauses seien als Großaktionäre des Unternehmens selbstverständlich an einer Sanierung interessiert, erklärte das Geldinstitut. Doch habe das Management des Unternehmens bisher kein tragfähiges Sanierungskonzept vorgelegt. Dies sei jedoch die Voraussetzung für ein weiteres mögliches Engagement.

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